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Der Kampf um die letzten Stimmen

Über ein Jahr lang tourten Hillary Clinton und Donald Trump quer durch die USA, um Stimmen zu sammeln. Heute richteten sie letzte Appelle an die Wähler.

Für Hillary Clinton nicht erwähnenswert: Nur zwei Tage vor der Wahl stellt nun das FBI klar, dass es kein Ermittlungsverfahren gegen Clinton geben werde. Die Kandidatin liess dies bei einer Wahlkampfveranstaltung am Sonntag in New Hampshire unkommentiert. (6. November 2016)
Für Hillary Clinton nicht erwähnenswert: Nur zwei Tage vor der Wahl stellt nun das FBI klar, dass es kein Ermittlungsverfahren gegen Clinton geben werde. Die Kandidatin liess dies bei einer Wahlkampfveranstaltung am Sonntag in New Hampshire unkommentiert. (6. November 2016)
Lucas Jackson, Reuters
Stinksauer: «Hillary Clinton ist schuldig. Sie weiss es. Das FBI weiss es. Die Bevölkerung weiss es.» (6. November 2016)
Stinksauer: «Hillary Clinton ist schuldig. Sie weiss es. Das FBI weiss es. Die Bevölkerung weiss es.» (6. November 2016)
Gene J. Puskar/AP
Kann es wahrscheinlich kaum erwarten: Donald Trump schaut während seiner Rede in Virginia auf seine Armbanduhr. (7. November 2016)
Kann es wahrscheinlich kaum erwarten: Donald Trump schaut während seiner Rede in Virginia auf seine Armbanduhr. (7. November 2016)
Alex Brandon/AP
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Mit markigen Worten an ihre Wähler haben die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump den Endspurt des Wahlkampfs eingeläutet. Clinton sagte am Montag, sie wolle «Präsidentin für alle sein» - auch für die, die sie nicht wählten. Trump verkündete am Tag vor der Wahl, sein Wahlsieg werde das Ende des «korrupten Washingtoner Establishments» einläuten. Jüngste Umfragen sagten ein knappes Rennen voraus. «Ich möchte wirklich Präsidentin für alle sein, Leute, die mich wählen, Leute, die gegen mich stimmen», sagte Clinton in White Plains im Bundesstaat New York. Vor ihr liege die Aufgabe, das Land zusammenzubringen. Damit dürfte sie «etwas Arbeit» haben, sagte die demokratische Anwärterin auf das Weisse Haus.

Ihrem republikanischen Widersacher Donald Trump warf Clinton vor, die Bürger des Landes bewusst entzweit zu haben. Sie kritisierte die «Spaltungen» und «Gräben», die nicht nur herausgestellt, sondern verschlimmert worden seien. Im Bundesstaat Pennsylvania rief sie die Wähler auf, für ein «hoffnungsvolles und grossherziges Amerika» zu stimmen.

Trump will «Korruption in der Regierung» beenden

Auf Clintons Terminplan stand am Montag nach Pennsylvania noch ein Auftritt in Michigan vor einem grossen Finale in North Carolina. Dort sollten auch US-Präsident Barack Obama und First Lady Michelle sowie Clintons Ehemann Bill und die Stars Bruce Springsteen und Jon Bon Jovi auftreten.

Trump sprach vor seinen Anhängern in Sarasota im besonders stark umkämpften Bundesstaat Florida und gab sich siegessicher. Sein Wahlsieg werde das Ende des «korrupten Washingtoner Establishments» einläuten. «Wenn wir morgen gewinnen, werden wir den Sumpf trockenlegen», sagte Trump vor einer begeisterten Menge. Sein Vertrag mit dem Wähler beginne damit, die «Korruption in der Regierung» zu beenden und das Land «von Interessengruppen zu befreien».

Auch Trumps Wahlkampfkalender war bis zum Schluss gefüllt: Nach seinem Auftritt in Florida waren weitere Stopps in North Carolina, Pennsylvania, New Hampshire und Michigan geplant. Damit hielt er sich ebenso wie Clinton in einigen der sogenannten swing states auf – dort ist es besonders knapp zwischen den beiden Kandidaten.

Kleiner Vorsprung für Clinton

Der US-Wahlkampf wurde dieses Mal besonders erbittert geführt und war gespickt mit persönlichen Angriffen. Laut dem jüngsten Durchschnittswert vom Montag, den die Seite RealClearPolitics aus mehreren Umfragen errechnet, lag Clinton zuletzt 2,7 Prozentpunkte vor Trump. Der Sender CBS sah die Demokratin landesweit mit 45 Prozent vier Punkte vor dem Republikaner mit 41 Prozent.

Für Erleichterung bei Clinton sorgte am Sonntag die Bundespolizei FBI, die Clinton in der E-Mail-Affäre vom Verdacht strafbarer Handlungen freisprach. Auf Ermittlungen könne verzichtet werden, schrieb FBI-Direktor James Comey in einem Brief an den Kongress. Seit der Entdeckung der neuen E-Mails habe das zuständige Team «rund um die Uhr gearbeitet». Das FBI bleibe aber bei der im Juli getroffenen Einschätzung, dass gegen Clinton kein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden müsse.

Clinton froh, Trump verärgert

Clinton hatte in ihren vier Jahren als Aussenministerin regelwidrig private und somit nicht sonderlich geschützte Server für ihre dienstliche Kommunikation genutzt. Comey erteilte ihr dafür im Juli eine scharfe Rüge, sah aber keinen Hinweis auf strafbares Verhalten. Als nun neue E-Mails auftauchten, nahm Comey vor gut einer Woche überraschend die Untersuchungen wieder auf.

Trump reagierte verägert auf die neuerliche Entlastung für Clinton. «Sie wird protegiert von einem manipulierten System», sagte er auf einer Wahlveranstaltung in Michigan. «Hillary Clinton ist schuldig, sie weiss es, das FBI weiss es, die Leute wissen es.» Das FBI lasse sie mit ihren «schrecklichen Verbrechen» einfach laufen. Trumps Anhänger skandierten den Anti-Clinton-Slogan «Sperrt sie ein!»

Clintons Berater reagierten erleichtert. «Wir sind froh, dass die Angelegenheit nun geklärt ist», sagte Wahlkampfdirektorin Jennifer Palmieri.

(SDA)

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