Zum Hauptinhalt springen

Der Niedergang des Kirchnerismus

Umfragen zufolge wird die Koalition der Cristina Kirchner bei den Parlamentswahlen deutlich verlieren.

Irgendwo in Argentiniens Süden versinkt die Sonne am Horizont, einige Bauern gehen über einen Acker, Studenten sind auf dem Weg zur Universität. Sie alle zitieren aus der Rede, die Néstor Kirchner im Mai 2003 bei seiner Amtsübernahme vor dem Parlament hielt. Es erklingen schrummelnde Gitarrenklänge, dann erscheint der Ex-Präsident selber, dann wieder Leute aus dem einfachen Volk. «Ich bin gekommen, um euch einen Traum vorzuschlagen», deklamieren sie, und plötzlich schwenken sie ekstatisch die Arme und hopsen herum.

Das von der Präsidialabteilung hergestellte Propaganda-Video, in dem bekannte Schauspieler mitwirken, ist so plump, dass es anmutet wie unfreiwillige Satire. Es soll an den Tod Néstor Kirchners vor drei Jahren erinnern. In Wirklichkeit bezeugt es, dass der sogenannte Kirchnerismus nur noch nostalgisch auf seine glorreiche Zeit zurückblickt. Der Kirchnerismus – das ist zum einen eine Ideologie, die auf weitreichende wirtschaftspolitische Eingriffe des Staates und auf Umverteilung zugunsten der Unterschicht setzt. Zum andern ist es ein dynastisches Projekt, mit dem sich Néstor Kirchner und seine Gattin und Nachfolgerin Cristina Fernández de Kirchner durch abwechselnde Präsidentschaftskandidaturen an der Macht verewigen wollten.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.