Zum Hauptinhalt springen

Der Schwarze Block wütet in Rio

Eine Kundgebung gegen die Erhöhung der Ticketpreise für den öffentlichen Verkehr ist in Rio de Janeiro eskaliert. Aus ähnlichem Anlass kam es im letzten Sommer zu landesweiten Protesten.

Der ursprünglich friedliche Protest eskalierte als Mitglieder des Schwarzen Block ins Bahnhofsinnere vordringen wollten: Demonstranten reissen in der Nähe des Hauptbahnhofs von Rio an Absperrgitter nieder. (6. Februar 2014)
Der ursprünglich friedliche Protest eskalierte als Mitglieder des Schwarzen Block ins Bahnhofsinnere vordringen wollten: Demonstranten reissen in der Nähe des Hauptbahnhofs von Rio an Absperrgitter nieder. (6. Februar 2014)
Keystone
Bei den gewaltsamen Protesten wurde ein Kameramann schwer verletzt: Ein Demonstrant wirft eine Tränengasgranate in Richtung der Polizei zurück. (6. Februar 2014)
Bei den gewaltsamen Protesten wurde ein Kameramann schwer verletzt: Ein Demonstrant wirft eine Tränengasgranate in Richtung der Polizei zurück. (6. Februar 2014)
Keystone
Seit Sommer 2013 protestieren Regierungskritiker in Brasilien immer wieder gegen schlechte öffentliche Dienstleistungen und die hohe Steuerlast. Ein Motorradfahrer unterwegs in Rio de Janeiro. (6. Februar 2014)
Seit Sommer 2013 protestieren Regierungskritiker in Brasilien immer wieder gegen schlechte öffentliche Dienstleistungen und die hohe Steuerlast. Ein Motorradfahrer unterwegs in Rio de Janeiro. (6. Februar 2014)
Reuters
1 / 4

Mehrere Menschen wurden in Rio de Janeiro bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizisten verletzt, wie die Behörden mitteilten. Schauplatz der Gewalt war der Hauptbahnhof der brasilianischen Metropole, wo rund 800 Menschen zunächst friedlich demonstriert hatten. Die Unruhen begannen, als einige Protestler aus dem sogenannten Schwarzen Block über die Drehkreuze ins Bahnhofsinnere sprangen. Polizisten setzten Schlagstöcke und Tränengas ein, um sie auseinanderzutreiben. Die Demonstranten schleuderten Steine auf die Beamten.

(Quelle: A Nova Democracia/Storyful)

Ein Kameramann wurde schwer verletzt. Er sei entweder von einer Blendgranate der Polizei oder einem selbst gebastelten Sprengsatz von Demonstranten am Kopf getroffen worden, teilte der Sender «Band TV» mit. Er sei in kritischem Zustand und werde derzeit stationär behandelt. Der Hauptbahnhof von Rio wurde wegen den Ausschreitungen geschlossen, tausende Pendler sassen fest. Einige Passanten bekamen Tränengassalven ab, andere fielen in Ohnmacht.

Ticketpreis um zehn Cent erhöht

Entzündet hatten sich der Protest an einer ab Samstag greifenden Erhöhung der Bustickets um zehn Cent, die Bürgermeister Eduardo Paes vor kurzem gebilligt hatte. Aus Sicht des Demonstranten Thais Jarao ging es nicht nur um die Fahrpreisanhebung. «Wenn es eine Erhöhung der Ticketpreise gäbe, wenn wir gute Gesundheitsversorgung und Bildung hätten, wären nicht so viele Leute auf der Strasse».

Seit Sommer 2013 protestieren Regierungskritiker in Brasilien immer wieder gegen schlechte öffentliche Dienstleistungen und die hohe Steuerlast. Für zusätzlichen Unmut sorgen die milliardenschweren Ausgaben für die Austragung der Fussball-WM im Sommer.

AP/ldc

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch