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«Der Trump Tower bot sehr gute Möglichkeiten, Geld zu waschen»

«Es gab alle diese Russen, die bei Trump Immobilien erworben haben»: Blick in die Lobby des Trump Tower.

Craig Unger, in Ihrem neuen Buch «Trump in Putins Hand» beschreiben Sie eine ziemlich schmutzige Angelegenheit, nämlich die Beziehungen Donald Trumps zu Russland. Das Buch ist ein Bestseller und liest sich stellenweise wie ein Krimi. Ist es wirklich so schlimm?

Wir haben eine Menge von Hinweisen und von Verdachtsmomenten, aber schlüssige Beweise, wonach Moskau den jetzigen Präsidenten in der Tasche hat, liefern auch Sie nicht. Sind es nicht vor allem Vermutungen, die über Trumps vermeintliche Abhängigkeit von Moskau geäussert werden?

Sie schreiben, dass die Trump-Organisation mit ihren Immobilien eine Art Waschmaschine für russisches Gangstergeld gewesen sei. Warum ist das FBI da nicht tätig geworden? Und sollte das nicht von Interesse für den Russland-Sonderermittler Robert Mueller sein?

«Die russische Mafia wie die Oligarchen sind Akteure des Staats.»

Was aber haben russische Mafiosi mit dem russischen Staat zu tun?

Eine der faszinierendsten Stellen des Buchs betrifft Ihre Überzeugung, Trump habe Moskau informiert, was Oligarchen und Mafia-Angehörige, die sich bei ihm eingekauft hatten, so trieben. Im Gegenzug habe Putin ihnen erlaubt, bei Trump Apartments zu kaufen.

Beruht Ihre Einschätzung auf konkreten Zahlen? Wie viele Wohnungen hat Trump an Russen verkauft?

«Es ist fast unmöglich, dass Trump nicht davon wusste.»

Aber wenn das so offensichtlich ist, warum sind US-Behörden dann nicht schon vor 20 oder noch mehr Jahren eingeschritten?

Wollen Sie sagen, Saters enge Beziehung zum FBI habe verhindert, dass die Behörde den Spuren im Trump Tower nachging?

Wäre es denn so überraschend, wenn Donald Trump Beziehungen zu Mitgliedern der Russen-Mafia gepflegt hätte? Immerhin hatte er in den Achtzigern und wohl auch danach Kontakte zu den New Yorker Mafia-Familien, die im Baugeschäft tätig waren.

Könnte das Rätsel um Donald Trumps Finanzen und den möglichen Einfluss russischen Geldes gelöst werden, wenn seine Steuerbescheide offengelegt würden? Trump hat es bekanntlich als erster Präsident seit Richard Nixon abgelehnt, sie zu veröffentlichen.

Wer Ihr Buch liest, kommt zum Schluss, dass Russlands vermeintliche Einmischung in den US-Wahlkampf 2016 zugunsten Trumps eine logische Folge der Verbandelung Tumps mit Moskau war.

«US-Medien sind genauso polarisiert wie die Amerikaner.»

Mit all dem Wissen, das Sie sich über Trump und Russland erworben haben: Was halten Sie vom britischen Ex-MI6-Spion Christopher Steele und dessen umstrittenem Dossier über Donald Trump?

Machen Bücher wie das Ihre überhaupt einen Unterschied? Sie predigen doch vor allem denen, die von Donald Trumps angeblich verräterischer Russland-Rolle schon längst überzeugt sind. Wenn Sie dagegen bei Fox News auftreten, glaubt Ihnen niemand.

Wie, denken Sie, wird die Trump-Präsidentschaft enden?