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Die gescheiterte Basketball-Diplomatie

Bei einem Basketballspiel zwischen einem amerikanischen und chinesischen Team in Peking kam es zu einer wüsten Schlägerei. Der Vorfall kommt für die Politik zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Unschöne Szenen: Die Basketballspieler der Georgetown Hoyas und der Baiyi Rockets gehen in Peking aufeinander los. (18. August 2011)
Unschöne Szenen: Die Basketballspieler der Georgetown Hoyas und der Baiyi Rockets gehen in Peking aufeinander los. (18. August 2011)
Keystone
Praktisch alle Spieler beider Teams liefern sich eine heftige Auseinandersetzung.
Praktisch alle Spieler beider Teams liefern sich eine heftige Auseinandersetzung.
Keystone
Auch der chinesische Präsident Hu Jintao begrüsst den hohen Gast aus Washington.
Auch der chinesische Präsident Hu Jintao begrüsst den hohen Gast aus Washington.
Keystone
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Eigentlich hätte es ein Freundschaftsspiel werden sollen. Das amerikanische College-Basketballteam der Georgetown Hoyas aus Washington traf gestern Abend in Peking auf die Bayi Rockets, eine Mannschaft die aus Spielern der Volksbefreiungsarmee zusammengesetzt ist. Doch die Basketball-Diplomatie fand im letzten Viertel ein abruptes Ende, als eine Massenschlägerei zwischen den beiden Mannschaften ausbrach. Mit Fäusten und Stühlen gingen die Spieler aufeinander los. Der Grund für die Handgreiflichkeiten war unklar. Zuschauer berichteten von einem Streit zweier gegnerischer Spieler. Das Video zur Schlägerei hat bereits den Weg ins Internet gefunden.

Die Schlägerei kommt zu einem äusserst ungünstigen Zeitpunkt, ist doch gerade US-Vizepräsident Joe Biden zu einem fünftägigen Besuch in China. Ihm kommt nichts geringeres als die Aufgabe zu, die erhitzten Gemüter des grössten Gläubigers der USA zu beruhigen. Die Volksrepublik müsse sich keine Sorgen um die Sicherheit der amerikanischen Staatsanleihen machen, versicherte Biden in Peking. Ein faires Basketballspiel hätte, wie die Ping-Pong-Diplomatie vor vierzig Jahren, zum Vertrauensaufbau beitragen können. Denn gerade in China ist Sport nicht selten auch Politik. Stattdessen üben sich nun beiden Regierungen in sportlicher Schadensbegrenzung.

Wiedergutmachung in Shanghai

Richard Buangan, der Sprecher der US-Botschaft in Peking, sprach von einem «bedauernswerten» Vorfall. Das Spiel hätte eigentlich «gutes sportliches Verhalten» und persönliche Kontakte zwischen Chinesen und US-Bürgern fördern sollen. Chinas Zensoren haben gemäss der«New York Times» derweil Video- und Internetdiskussionen des Basketballspiels vom Netz genommen. Die Gemüter haben sich inzwischen wieder etwas beruhigt. Der chinesische Vize-Aussenminister Cui Tiankai betonte einen Tag nach dem Spiel, dass sich die Spieler der beiden Mannschaften wieder versöhnt hätten.

Selbst John Thompson, Trainer der US-Mannschaft übte sich in Diplomatie. «Zwei grossartige Teams» hätten sich gegenübergestanden, sagt er. Leider sei die Partie nach «hitzigen Auseinandersetzungen» abgebrochen worden. Thompson war es, der seine Spieler in die Garderobe beorderte, um noch schlimmeres zu verhindern. Gelegenheit zur Wiedergutmachung haben die Mannschaften bereits am Sonntag. Dann treffen sie in Shanghai aufeinander. In der Lobby des Hotels, wo beide Mannschaften übernachten, sei es gemäss Informationen der «New York Times» zu keinen weiteren Auseinandersetzungen gekommen. «Es ist doch nur ein Spiel», soll ein US-Spieler gesagt haben.

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