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Die Kumpel schliessen einen Vertrag ab

Der Rummel um die Rechte an der Geschichte der chilenischen Bergleute hat begonnen. Die Kumpel wollen verhindern, dass nur ein Einzelner von ihnen dafür kassiert. Und sie wollen einen Teil ihres Abenteuers unter Verschluss halten.

Hofft auf das grosse Geld: Mario Sepulveda, einer der eingeschlossenen Kumpel.
Hofft auf das grosse Geld: Mario Sepulveda, einer der eingeschlossenen Kumpel.
AFP

Die Geschichte birgt genügend Stoff für einen Film oder ein Buch: 33 Bergleute sind wochenlang Hunderte von Metern unter dem Boden eingeschlossen, physisch und psychisch am Anschlag, die Retter rücken nur langsam zu ihnen vor. Das Medieninteresse am Schicksal der chilenischen Arbeiter ist schon jetzt riesig. Nach der Rettung, die Dienstagnacht beginnen soll, wird es noch grösser sein.

Ihre Geschichte lässt sich zu Geld machen – dies haben die Kumpel längst begriffen. Manche hoffen gar, dass sie dank lukrativer Mediendeals nie mehr arbeiten müssen. Das ist durchaus realistisch: Gemäss dem britischen «Telegraph» sollen Fernsehketten jedem Einzelnen bis zu 380'000 Franken für die exklusive Geschichte angeboten haben.

Keine Interviews mehr

Aus Angst, dass einer von ihnen vorpreschen und den Erlös für die Rechte absahnen könnte, haben die Männer der Zeitung zufolge einen Pakt geschlossen: Sie haben einen Anwalt damit beauftragt, einen Vertrag auszuarbeiten. Gemäss diesem sollen die 33 Kumpel den Ertrag, den sie aus dem Verkauf ihrer Geschichte erzielen, gleichmässig untereinander aufteilen.

Schon jetzt haben die Eingeschlossenen Interviewanfragen abgewiesen. Stattdessen planen sie ein Buch, in dem sie die Geschichte ihrer mehr als zweimonatigen Gefangenschaft tief unter der Atacama Wüste erzählen wollen. Der «Telegraph» beruft sich auf einen Brief, den einer der Männer an seine Frau geschrieben hat. Darin ist unter anderem auch die Rede davon, dass die Arbeiter eine Stiftung gründen wollen, welche die Vermarktung der Rechte, das Buch- sowie ein allfälliges Filmprojekt organisieren soll.

Die ersten 17 Tage sind tabu

Geht es nach den chilenischen Bergleuten, wird die Öffentlichkeit aber nie die ganze Geschichte ihres Abenteuers unter Tag erfahren. Gemäss Angaben einer Ehefrau haben sich die Eingeschlossenen geschworen, nicht über die ersten 17 Tage nach ihrer Verschüttung zu sprechen. Offenbar gab es während dieser Zeit harte Auseinandersetzungen unter ihnen, fünf Männer hätten sich damals vom Rest der Gruppe abgesetzt und ein eigenes Camp in einem Nebenstollen aufgebaut, heisst es. «Die Schwierigkeiten untereinander haben sie aber mittlerweile überwunden», sagt Alberto Iturra, Chefpsychologe im Rettungsteam.

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