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«Die Mauer bedroht uns alle»

An der texanischen Grenze wird bald das erste Stück Mauer in Trumps Amtszeit errichtet. Viele Landbesitzer wehren sich. Beistand erhalten sie von einem Priester.

«Die Mauer bedroht uns alle», sagt Pater Roy Snipes, der die katholische Gemeinde im Grenzort Mission leitet. Fast jeden Tag ist der 74-Jährige auf dem Rio Grande unterwegs. Foto: AFP

«Die Mauer bedroht uns alle», sagt Pater Roy Snipes, der die katholische Gemeinde im Grenzort Mission leitet. Fast jeden Tag ist der 74-Jährige auf dem Rio Grande unterwegs. Foto: AFP

Alan Cassidy@A_Cassidy

Fünfzehn Meter noch bis zum Ufer, zehn Meter, dann drosselt der Pater den Motor seines Bootes. «Mexiko!», ruft er in die Stille, das Boot schwankt ein bisschen, «ist das nicht ein wunderschöner kleiner Ort hier?»

Ein Vormittag auf dem Rio Grande, dem Grenzfluss, der die USA und Mexiko trennt – und seit zwei Wochen of­fiziell Notstandsgebiet ist. Pater Roy Snipes macht eine Ausfahrt mit seinen beiden Hunden. Fast jeden Tag ist der 74-Jährige auf dem Wasser, er fährt dann den Fluss ein Stück hinunter, bis zu der Stelle, wo der Rio Grande einen Bogen macht, breiter und langsamer wird. Auf der mexikanischen Seite treffen sich hier am Wochenende Familien zum Picknick unter Bäumen. La Playita heisst der Park, kleiner Strand. Ein Mann auf einer Sitzbank hebt die Hand zum Gruss. «Schaut mal, wie friedlich es hier ist», sagt Pater Roy. «Diese Leute sind keine giftigen Schlangen. Sie sind unsere Nachbarn.»

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