Zum Hauptinhalt springen

Entwicklungshilfe aus Eigeninteresse

Entwicklungshilfe sei keine reine Wohltätigkeit, sagte US-Präsident Barack Obama am UN-Armutsgipfel. Fortschritte in armen Ländern schaffen auch neue Märkte für reiche Länder.

Stellte am UN-Armutsgipfel die «Neuen Leitlinien zur Globalen Entwicklung» vor: US-Präsident Barack Obama.
Stellte am UN-Armutsgipfel die «Neuen Leitlinien zur Globalen Entwicklung» vor: US-Präsident Barack Obama.

US-Präsident Barack Obama hat auf dem UN-Armutsgipfel die reichen Länder aufgerufen, auch aus Eigeninteresse ihre Hilfen für die armen Länder zu erhöhen. «Wir sollten uns von dem alten Mythos verabschieden, wonach Entwicklungshilfe reine Wohltätigkeit ist und nicht unseren eigenen Interessen dient», sagte Obama am Mittwoch in New York. «In unserer globalisierten Wirtschaft können Fortschritte selbst in den ärmsten Ländern den Wohlstand und die Sicherheit von Menschen weit jenseits deren Grenzen voranbringen, auch unter meinen Landsleuten in den USA.»

Entwicklungsfortschritte in den armen Länder öffneten neue Märkte und trügen weltweit zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei, sagte Obama. Zudem entkräfte Entwicklung jene «Verzweiflung, aus der sich Instabilität und gewaltsamer Extremismus speisen». Konkrete Zusagen über zusätzlicher Hilfe der USA machte Obama nicht. Er stellte aber eine «Neue Leitlinie zur Globalen Entwicklung» vor, die seinen Worten zufolge das erste derartige Konzept einer US-Regierung darstellt. «Ganz einfach gesagt bedeutet das: Die USA beschreiten einen neuen Weg in dieser Angelegenheit.»

Alle Instrumente einsetzen

In der neuen Richtlinie solle Entwicklung nicht mehr nur anhand der Summe ausgezahlter Hilfssummen gemessen werden, sagte der Präsident. «Wir wollen alle Instrumente einsetzen - von Diplomatie über Handel bis zur Investitionspolitik». Zudem solle sich die Hilfe weniger auf kurzfristige Leistungen konzentrieren, die Abhängigkeiten schaffen, sondern die eigene Entwicklung in den armen Ländern fördern. Die USA wollen nach den Worten von Präsident Barack Obama in ihrer Entwicklungspolitik deutlich stärker auf Hilfe zur Selbsthilfe und die Eigenverantwortung armer Länder setzen. «Der Zweck von Entwicklung (...) ist die Schaffung von Bedingungen, in denen Hilfe nicht mehr benötigt wird.» Als Ziele nannte Obama die Förderung des Unternehmergeists, Investitionen in die Infrastruktur, die Ausweitung des Handels und Offenheit für Investitionen.

Die armen Länder rief Obama zu Eigenverantwortung auf: «Dies ist Ihr Moment der Verantwortung», sagte er. «Für Ihre eigene Führungsverantwortung gibt es keinen Ersatz: Nur Sie selbst können jene schwierigen Entscheidungen treffen, die den Weg für eine dynamische Entwicklung Ihrer Länder öffnet.» Die USA seien bereit, in der Entwicklungshilfe eine Führungsrolle zu spielen, sagte Obama. Er warnte aber zugleich davor, das Potenzial seines Landes zu überschätzen: «Kein einzelnes Land kann sich überall um alles kümmern und dann auch noch gut dabei sein.»

Entwicklungspolitik als Grundpfeiler in den USA

Am selben Tag unterzeichnete der Präsident eine neue Politikdirektive, in der Entwicklungspolitik als ein Grundpfeiler amerikanischer Macht festgeschrieben wird. Entwicklung sei «für die nationale Sicherheit der USA zentral sowie ein strategisches, wirtschaftliches und moralisches Gebot», heisst es darin. Die Direktive sei die erste ihrer Art einer US-Regierung.

AFP/ske

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch