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Ermittlungen in Venezuela wegen Polizeigewalt

Das südamerikanische Land kommt nicht zur Ruhe: Seit Februar gehen die Menschen in Venezuela gegen Präsident Nicolás Maduro auf die Strasse. Bei den Protesten starben bisher mindestens 31 Menschen.

Konnte Zeit gewinnen: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bei einem Treffen mit der Opposition in Caracas. (8. April 2014)
Konnte Zeit gewinnen: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bei einem Treffen mit der Opposition in Caracas. (8. April 2014)
Reuters
Gewalt gegen Demonstranten: Ein Polizist schiesst in Caraas mit Tränengaspatronen. (22.März 2014)
Gewalt gegen Demonstranten: Ein Polizist schiesst in Caraas mit Tränengaspatronen. (22.März 2014)
AFP
Riskiert, einen politischen Märtyrer zu schaffen: Venezuelas Präsident Maduro bei einer Rede vor Anhängern. (18. Februar 2014)
Riskiert, einen politischen Märtyrer zu schaffen: Venezuelas Präsident Maduro bei einer Rede vor Anhängern. (18. Februar 2014)
AFP
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Nach wochenlangen teils gewaltsam niedergeschlagenen Protesten von Regierungsgegnern in Venezuela hat Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Ermittlungen gegen die Polizei eingeleitet. Insgesamt würden rund 60 Anzeigen wegen übermässiger Gewalt und Mordes nachgegangen.

Dies sagte Ortega dem Fernsehsender Televen. Unter Mordermittlungen stehen nach ihren Angaben drei Polizisten aus dem Stadtteil Chacao, einer Hochburg der Regierungsgegner im Osten der Hauptstadt Caracas.

Insgesamt seien 15 Sicherheitsvertreter derzeit in Gewahrsam, sagte die Generalstaatsanwältin. Nach ihren Worten handelt es sich aber um Einzelfälle, die Gewalt sei nicht von oben diktiert worden.

31 Menschen getötet

In der Hauptstadt Caracas protestierten gestern etwa 20'000 Menschen zunächst friedlich, bis eine Gruppe von Jugendlichen eine Schnellstrasse blockierte. Als die Jugendlichen Steine warfen, setzten die Beamten erneut Tränengas und Wasserwerfer ein, um sie daran zu hindern, Strassen zu blockieren.

Medienberichten zufolge wurde bei verschiedenen Vorfällen in den Bundesstaaten Táchira, Mérida und Carabobo jeweils ein Mensch getötet. Die Medien stützten sich auf Angaben von Augenzeugen. Demnach sollen die Protestierenden von Milizen getötet worden sein, die der Regierung nahestehen.

In Venezuela gibt es seit Anfang Februar eine Protestwelle gegen den Sozialisten Maduro, die in der westlichen Stadt San Cristóbal begann und später Caracas erreichte. Seither wurden nach offiziellen Behördenangaben mindestens 31 Menschen getötet.

In Gewahrsam genommen

Der Protest von Studenten und konservativen Regierungsgegnern richtet sich gegen die grassierende Kriminalität, die verbreitete Korruption und die allgemeine Wirtschaftsmisere in dem Land. Zudem wird die Freilassung von Oppositionsanhängern gefordert.

Vor wenigen Tagen wurde der zur Opposition zählende Bürgermeister der westlichen Stadt San Cristóbal, Daniel Ceballos, wegen Anstachelung zu einem Aufstand festgenommen. Zudem wurde der Bürgermeister der nördlichen Stadt San Diego, Enzo Scarano, wegen Missachtung seiner Amtspflichten in Gewahrsam genommen. Oppositionsführer Leopoldo López sitzt bereits seit Wochen in Untersuchungshaft.

SDA/ajk

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