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Flucht aus Farc-Camp im Dschungel

Nach acht Jahren Gefangenschaft im kolumbianischen Urwald ist einem 62-jährigen Politiker die Flucht geglückt.

Zusammen mit seinem Aufseher, einem Guerillero der Untergrundorganisation FARC, entkam Oscar Tulio Lizcano einem Camp im Westen des Landes und wurde nach drei Tagen von Soldaten entdeckt. In der Stadt Cali dankte der ehemalige Abgeordnete am Sonntag seinem 28-jährigen Begleiter namens «Isaza» für den Mut, der Guerilla den Rücken zu kehren. Während der dreitägigen Flucht hätten sie nur wenig zu essen gehabt. Auch im Guerillalager habe es zuletzt nur Palmherzen und Zuckerrohr zu essen gegeben. Lizcano wurde mit Anzeichen von Unterernährung und Dehydrierung in ein Krankenhaus gebracht.

Asyl in Frankreich

Staatspräsident Alvaro Uribe kündigte an, dem geflohenen Guerillero werde zusammen mit seiner Freundin die Ausreise nach Frankreich ermöglicht. Die Regierung in Paris habe ihm bereits Asyl zugesichert.

Lizcano wurde am 5. August 2000 verschleppt. Seine Flucht folgte fünf Monate nach der spektakulären Befreiungsaktion der Streitkräfte, mit der die Gefangenschaft der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt und dreier Amerikaner beendet wurde. Betancourt sagte zur Flucht Lizcanos, dies sei eine weitere Botschaft an die FARC, ihre Haltung zu ändern und sich auf einen Friedensprozess einzulassen. Die Guerillabewegung hält noch mindestens 20 hochrangige Geiseln fest, unter ihnen ein Provinzgouverneur und ein Polizeioberst.

AP/cpm

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