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General McChrystal bietet seinen Rücktritt an

Der amerikanische General Stanley McChrystal hat angeblich seine Kündigung eingereicht. Barack Obama wird heute entscheiden, ob er den General fallen lässt.

Der Tag der Entscheidung: McChrystal an einer Pressekonferenz im Mai.
Der Tag der Entscheidung: McChrystal an einer Pressekonferenz im Mai.
Keystone

Mit verächtlichen Äusserungen über die US-Regierung hat der Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan, Stanley McChrystal, für grosse Verärgerung in Washington gesorgt. US-Präsident Barack Obama bestellte den General für heute zu einem Gespräch ins Weisse Haus. Obama sei «wütend» und schliesse auch eine Ablösung des hochdekorierten Generals nicht aus. Gemäss der «New York Times» hat der Genral bereits ein Rücktrittsgesuch vorbereitet.

McChrystal und dessen Berater hätten schlechtes Urteilsvermögen gezeigt, sagte Obama gestern während einer Kabinettssitzung in einer ersten Stellungnahme zu dem Thema. Obama sagte, er werde McChrystal heute Morgen im Weissen Haus treffen. Erst danach werde er eine endgültige Entscheidung über das Schicksal des Generals fällen. Auch Verteidigungsminister Robert Gates werde mit McChrystal sprechen.

Gemäss CNN wird der US-Oberkommandierende in Afghanistan die Affäre nicht überleben. Der TV-Sender stützt sich dabei auf Quellen aus dem Pentagon, welche engen Kontakt zu McChrystal haben.

Das US-Musikmagazin «Rolling Stone» zitierte McChrystal mit scharfer Kritik an Vizepräsident Joe Biden und am US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry. Ein enger Berater des Generals wurde zudem mit der Einschätzung zitiert, dass McChrystal wenig von Präsident Obamas Afghanistan-Politik halte. McChrystal habe ein Treffen mit Obama im Nachhinein als «zehnminütigen Fototermin» abgetan, sagte ein Berater dem Magazin.

«Clown»

Von US-Botschafter Eikenberry fühlte sich McChrystal im vergangenen Jahr während der Debatten über die Afghanistan-Strategie «verraten», wie McChrystal selbst dem Magazin sagte. Dem Artikel zufolge verunglimpfte McChrystal unter anderem den US-Vizepräsidenten Joe Biden, einen Gegner seiner Militärstrategie in Afghanistan, mit dem Wortspiel: «Joe Biden, wer ist das? - Sagten Sie Bite Me (Leck mich)?»

Obamas Nationalen Sicherheitsberater James Jones schmähte der General als «Clown», der «noch im Jahr 1985» lebe. Über den US-Sondergesandten für Afghanistan, Richard Holbrooke, sagte der General laut «Rolling Stone»: «Oh nein, schon wieder eine E-Mail von Holbrooke. Ich will sie nicht mal öffnen.» Das Magazin betonte, dass alle zitierten Äusserungen ausdrücklich durch Mitarbeiter des Generals zur Veröffentlichung freigegeben worden seien.

Nach Bekanntwerden des Artikels entschuldigte sich McChrystal umgehend. «Das war ein Fehler, der schlechtes Urteilsvermögen zeigt und der nie hätte passieren dürfen», erklärte der 55-Jährige.

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