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Haitianer machen UN-Soldaten für Cholera-Epidemie verantwortlich

Gesundheitsexperten glauben, dass die in Haiti ausgebrochene Cholera aus dem Ausland eingeschleppt wurde. Die Bevölkerung richtet den Vorwurf an die Blauhelmsoldaten aus Nepal.

Schwere Vorwürfe: Haitianer demonstrieren vor der UNO-Mission in Mirebalais.
Schwere Vorwürfe: Haitianer demonstrieren vor der UNO-Mission in Mirebalais.
Keystone
Für Haiti ist die Cholera-Epidemie vor allem deshalb so prekär, da zu wenig sauberes Wasser vorhanden ist: Ein an Cholera erkrankter Junge liegt im St. Nicholas Spital.
Für Haiti ist die Cholera-Epidemie vor allem deshalb so prekär, da zu wenig sauberes Wasser vorhanden ist: Ein an Cholera erkrankter Junge liegt im St. Nicholas Spital.
Reuters
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Mehrere hundert Haitianer haben am Freitag nepalesische Blauhelmsoldaten für die jüngste Cholera-Epidemie in ihrem Land verantwortlich gemacht, der bislang mindestens 330 Menschen zum Opfer gefallen sind. Sie demonstrierten vor einer Kaserne in der Nähe der Stadt Mirebalais, in der die Soldaten stationiert sind, und verlangten deren Abzug.

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass die Cholera wahrscheinlich aus dem Ausland eingeschleppt wurde. Bis zu der jüngsten Epidemie habe es seit Jahrzehnten keinen Cholera-Fall in Haiti gegeben, sagte Claire-Lise Chaignat von der Weltgesundheitsbehörde WHO.

Cholera in Nepal verbreitet

In den letzten Tagen waren die Soldaten aus Nepal in den Mittelpunkt von Spekulationen geraten, woher die Seuche stammt. Cholera ist in dem Himalaja-Staat verbreitet. Das derzeitige Kontingent nepalesischer Friedenssoldaten kam seit dem 9. Oktober in mehreren Wellen nach Haiti - kurz nach dem Ausbruch der Krankheit in ihrer Heimat und kurz vor dem Ausbruch der Epidemie in Haiti. Von den nepalesischen Soldaten wurde bislang keiner auf Cholera getestet, da niemand Symptome zeigte, wie ein Sprecher der UN-Mission mitteilte.

dapd/jak

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