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In der Not wählen Afroamerikaner auch Kandidaten der Tea Party

Barack Obama laufen die Wähler davon. Nun mehren sich die Anzeichen, dass auch die treueste Anhängerschaft sich abwendet. Ausgerechnet hin zur konservativen Tea Party.

Rückbesinnung auf alte Werte: Anhänger der Tea Party auf einem Marsch durch Phoenix.
Rückbesinnung auf alte Werte: Anhänger der Tea Party auf einem Marsch durch Phoenix.
AFP
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Der einst so populäre Barack Obama ist stark unter Druck. Nun droht Obama auch seine bisher treueste Anhängerschaft zu verlieren: die Afroamerikaner. Mit einem Stimmenanteil von rund 95 Prozent hievten sie ihn im Jahr 2008 noch nahezu geschlossen ins Präsidentenamt. Doch die schlechte wirtschaftliche Lage in den USA scheint sich jetzt auch in der Meinungsbildung der dunkelhäutigen US-Wähler bemerkbar zu machen.

Apathische Wähler

Wie das «Pew Research Center» im September prognostizierte, würden zwar immer noch 88 Prozent aller dunkelhäutigen US-Bürger Barack Obama wählen. Doch gemäss «Guardian» besteht die Gefahr von Apathie und Resignation, welche die Wähler erst gar nicht an der Urne erscheinen lässt.

Aus Furcht vor einer Wahlniederlage hat sich Obama nun auf die längste Wahlkampftour seit Amtsantritt begeben. Geplant sind Auftritte in fünf US-Staaten innerhalb von nur vier Tagen, bei denen er Werbung für die Kandidaten der Demokratischen Partei machen soll. Der Kampf um Wähler beschränkt sich nicht nur auf Regionen, sondern auch auf die ethnische Herkunft.

Einst 95 Prozent Wähleranteil

Am deutlichsten zeigt sich die Unzufriedenheit der afroamerikanischen Wähler in Kentucky. Gemäss dem britischen «Guardian» soll in diesem US-Bundesstaat eine Bewegung am Entstehen sein, die sich zusehends von der Demokratischen Partei abwendet. Der Anteil der Afroamerikaner, die republikanisch wählen, soll sich mehr als verdoppelt haben.

Gemäss «Guardian» herrscht vor allem Unzufriedenheit darüber, dass Obama seine Versprechen nicht wahr gemacht habe: «Wir glauben nicht mehr an den sogenannten ‹Change›», zitiert das britische Blatt einen Pastor, der vor zwei Jahren noch stolz gewesen sei, dass die USA endlich einen dunkelhäutigen Präsidenten haben würde.

Aus Wut zur Tea Party

Wut und Enttäuschung waren bei diesem Mann offenbar so gross, dass er sich nicht nur von den Demokraten abgewendet hat, sondern sich auch der erzkonservativen Tea Party anschloss. Der einstige Demokrat zeigt sich entschlossen, bei den anstehenden Kongresswahlen den republikanischen Kandidaten Rand Paul zu wählen.

Der «Guardian» zitiert eine Reihe von Afroamerikanern, die sich von Obama abgewendet haben. Darunter auch Martina Kunnecke. Die 57-jährige Journalistin erhebt schwerwiegende Vorwürfe an die Demokraten: «Die Partei ist inzwischen so korrupt, dass ich für Rand Paul stimme. Wer kein Geld hat, zählt bei den Demokraten nichts.» Auch Kunnecke besucht inzwischen fleissig die Versammlungen der Tea-Party: «Um ehrlich zu sein, finde ich es sehr traurig, dass Obama seinem Job nicht gewachsen ist. Aber es bleibt mir keine andere Möglichkeit, als für die Republikaner zu stimmen.»

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