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Angreifer stammte offenbar aus Somalia

In einem Einkaufszentrum im US-Staat Minnesota hat ein Mann neun Menschen niedergestochen. Er soll scheinbar aus Somalia stammen.

IS bekennt sich zu Messerattacke in St. Clouds: Das Einkaufszentrum nach dem Angriff. (17. September 2016)
IS bekennt sich zu Messerattacke in St. Clouds: Das Einkaufszentrum nach dem Angriff. (17. September 2016)
KSTP TV, AFP

Ein Messerattentäter, der im US-Staat Minnesota neun Menschen angriff und verletzte, soll ein Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat gewesen sein. Das IS-Sprachrohr Rasd bezeichnete den Mann heute als einen «Soldaten des Islamischen Staates». Bei dem Überfall in dem Einkaufszentrum der Stadt St. Cloud am Samstagabend rund 110 Kilometer nordwestlich von Minneapolis soll der mutmassliche Täter «Allahu Akbar» gerufen haben. Er wurde von einem Polizisten ausser Dienst erschossen.

Ein Zuwanderer aus Somalia hat sich als Vater des mutmasslichen Messerangreifers im US-Staat Minnesota zu Wort gemeldet. Die Polizei habe ihm mitgeteilt, dass sein 22-jähriger Sohn Dahir im Einkaufszentrum in St. Cloud ums Leben gekommen sei, sagte Ahmed A. der Zeitung «Star Tribune» in Minneapolis. Er habe keinerlei Verdacht geschöpft, dass sein Sohn in terroristische Aktivitäten verwickelt sein könnte. Dahir A. sei vor 15 Jahren in die USAgekommen und habe am St. Cloud Technical and Community College studiert.

Ahmad A. berichtete, Beamte hätten in der Wohnung der Familie Fotos und anderes Material beschlagnahmt, den Angriff auf das Einkaufszentrum aber nicht erwähnt. Das College teilte mit, Dahir A. habe sich im Frühjahr 2016 nicht wieder als Student eingeschrieben.

Keine Hinweise auf weitere Täter

Der Mann habe Anweisungen der Terrormiliz befolgt, Anschläge in Ländern zu verüben, die an der US-geführten Koalition gegen den IS beteiligt sind, meldete Rasd weiter. Unklar war zunächst, ob der IS den Angriff geplant hatte oder lediglich wusste, dass er bevorstand. Die Extremisten haben so genannte «einsame Wölfe» zu Attacken ermutigt. Auch übernahm die Terrormiliz für Angriffe die Verantwortung, obwohl die zentrale Führungsspitze des IS sie nicht geplant hatte. Der Polizeichef von St. Cloud, Blair Anderson, hatte zunächst nicht von einem Terrorakt sprechen wollen.

Der Angreifer hatte während der Tat die Uniform eines privaten Wachdienstes getragen. Er sei polizeibekannt gewesen und vor allem wegen kleinerer Verkehrsdelikte aufgefallen, teilte die Polizei mit. Man habe keinen Hinweis darauf, dass noch jemand anders in den Angriff verwickelt sei, hiess es zunächst. Die Bundespolizei FBI teilte mit, sie werde der örtlichen Polizei bei den Ermittlungen helfen. Die acht Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Bis heute konnten fünf von ihnen nach Angaben eines Kliniksprechers wieder entlassen werden.

Identität des Täters steht fest

Der Angriff hatte sich am Samstagabend an verschiedenen Orten im Crossroads Center in der 65 000 Einwohner zählenden Stadt ereignet. Harley Exsted hielt sich mit seiner Frau Tama zum Zeitpunkt des Angriffs dort auf. Er habe ploppende Geräusche gehört, sagte er der Zeitung «St. Cloud Times.» «Ich dachte, jemand sei über ein Regal gestolpert. Plötzlich begannen diese Leute zu rennen. Alle rannten auf uns zu. Als wir die Schreie hörten, wussten wir, dass wir abhauen müssen.»

Wenigstens einmal habe der mutmassliche Täter Bezug auf Allah genommen und ein Opfer gefragt, ob es Muslim sei, sagte Polizeichef Anderson weiter. Er gab die Identität des Mannes nicht bekannt. Unklar blieb ferner, ob der mutmassliche Täter als Wachmann in der Mall gearbeitet hatte.

SDA/sep/fal

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