Autorin reicht Verleumdungsklage gegen Trump ein

E. Jean Carroll wehrt sich gegen die Anschuldigungen des US-Präsidenten, wonach sie ihre Vergewaltigungsvorwürfe erfunden habe.

Geht juristisch gegen den Präsidenten vor: E. Jean Carroll im Sommer in New York. (Keystone/AP/Craig Ruttle/23. Juni 2019)

Geht juristisch gegen den Präsidenten vor: E. Jean Carroll im Sommer in New York. (Keystone/AP/Craig Ruttle/23. Juni 2019)

Die bekannte US-Kolumnistin E. Jean Carroll reichte am Montag in New York eine Verleumdungsklage gegen US-Präsident Donald Trump ein. Carroll, die Trump beschuldigt, sie vor 20 Jahren vergewaltigt zu haben, wehrt sich damit gegen Anschuldigungen des Präsidenten, wonach sie ihre Vorwürfe erfunden habe. Trump hatte Carrolls Vergewaltigungsvorwurf im Juni mit den Worten zurückgewiesen: «Sie ist nicht mein Typ.»

«Als ich den Mut aufgebracht habe, die Vergewaltigung öffentlich zu machen, hat er meinen Charakter verunglimpft, mich der Lüge zu meinem persönlichen Vorteil bezichtigt und sogar mein Erscheinungsbild beleidigt», erklärte Carroll zu ihrer Verleumdungsklage. Die heute 75-Jährige wirft Trump vor, sie vor über zwei Jahrzehnten in der Umkleidekabine eines New Yorker Kaufhauses vergewaltigt zu haben. Der sexuelle Angriff habe sich 1995 oder 1996 ereignet, schreibt Carroll in ihrem im Juni erschienenen Buch.

Trump hatte in einem Interview mit der Politik-Website «The Hill» zu den Vorwürfen erklärt, er kenne Carroll nicht. «Ich werde es mit grossem Respekt sagen: Erstens, sie ist nicht mein Typ», sagte Trump. «Zweitens, es ist nie passiert. Es ist nie passiert, okay?» Carroll würde «total lügen».

Vorwürfe von mindestens 16 Frauen

In der Verleumdungsklage, die Carroll am Montag bei einem New Yorker Gericht einreichte, heisst es, Trump habe die «Integrität, Ehrlichkeit und Würde» der Journalistin beschmutzt – «all dies in der überregionalen Presse». «Niemand in diesem Land sollte über dem Gesetz stehen – auch nicht der Präsident», schrieb Carroll im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Eine Sprecherin des Weissen Hauses bezeichnete die Anschuldigungen Carrolls als «falsch». Die Verleumdungsklage nannte sie «frivol». Insgesamt werfen mindestens 16 Frauen Trump sexuelles Fehlverhalten vor seiner Zeit als US-Präsident vor.

fal/sda

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