Kommandeur von Guantánamo abgesetzt

Das «Vertrauen in seine Fähigkeit zu kommandieren» sei verloren gegangen, weshalb Konteradmiral John Ring nicht mehr länger für das US-Lager auf Kuba zuständig sei.

Der Entscheid, ihn abzusetzen, sei laut einem Militärsprecher das Ergebnis wochenlanger Ermittlungen: Konteradmiral John Ring. (Archivbild)

Der Entscheid, ihn abzusetzen, sei laut einem Militärsprecher das Ergebnis wochenlanger Ermittlungen: Konteradmiral John Ring. (Archivbild)

(Bild: Keystone Alex Brandon)

Der für das umstrittene US-Gefangenenlager Guantánamo zuständige Kommandeur, Konteradmiral John Ring, ist seines Amtes enthoben worden. Grund sei «der Verlust des Vertrauens in seine Fähigkeit zu kommandieren.»

Dies teilte das US Southern Command in Doral im Bundesstaat Florida am Sonntag mit. Rings bisheriger Stellvertreter, Brigadegeneral John Hussey, werde die Führung der «Joint Taskforce Guantanamo» kommissarisch übernehmen, hiess es weiter. Der Wechsel werde keine Auswirkungen auf die Gefangenen in dem US-Lager auf Kuba haben. Der Wechsel gelte per sofort. Weitere Einzelheiten wurden jedoch nicht mitgeteilt.

Sprecher wird nicht konkret

Ring war erst vor wenigen Tagen mit einem Roundtable-Gespräch vor die Presse getreten. Ob dies der Auslöser für den Personalwechsel war, ist nicht bekannt.

Der Entscheid sei das Ergebnis wochenlanger Ermittlungen, sagte ein Militärsprecher in der Nacht auf Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Aber auch er lehnte es ab, konkreter zu werden. Zuerst hatte die «New York Times» über den Vorfall berichtet. Ring führte das Kommando über Guantanamo seit April 2018.

Obama scheiterte am Kongress

Das Gefangenenlager auf Kuba war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet worden, um mutmassliche islamistische Terroristen ohne Prozess festzuhalten. Bushs Nachfolger Barack Obama wollte es schliessen, scheiterte aber am Widerstand im US-Kongress.

US-Präsident Donald Trump verfügte im Januar vergangenen Jahres, dass das umstrittene Lager weiter existieren soll. Er hatte in dem Erlass auch erklärt, dass neue Gefangene nach Guantánamo verlegt werden könnten, falls dies rechtmässig sei. Im vergangenen Herbst befanden sich noch 40 Insassen dort.

chk/sda

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