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Kubanischer Dissident Fariñas festgenommen

Der kubanische Dissident und Sacharow-Preisträger von 2010, Guillermo Fariñas, ist am Donnerstag erneut festgenommen worden. Er hatte sich bei der Polizei um den Verbleib von Verhafteten erkundigt.

Sitzt erneut im Gefängnis: Der kubanische Regimekritiker Guillermo Fariñas.
Sitzt erneut im Gefängnis: Der kubanische Regimekritiker Guillermo Fariñas.
Keystone

Fariñas sei festgesetzt worden, als er sich in Santa Clara zusammen mit anderen Oppositionellen bei der Polizei nach dem Verbleib von drei am Morgen Festgenommenen erkundigen wollte. Es sei zu Misshandlungen gekommen und die Oppositionellen seien in verschiedenen Fahrzeugen zu unterschiedlichen Polizeidienststellen gebracht.

Die kubanische Bloggerin Yoani Sánchez berichtete im Kurznachrichtendienst Twitter, dass es in Santa Clara neun Festnahmen gegeben habe und dass Fariñas gewaltsam in ein Auto der Staatssicherheit gezerrt worden sei.

Schon am Vortag verhaftet

Am Vortag war Fariñas bei einer Protestveranstaltung auf Kuba festgenommen und erst nach sechs Stunden wieder freigelassen worden. Er sei mit weiteren 25 Personen auf eine Polizeistation gebracht worden, dann aber ohne Anklage wieder freigelassen worden, berichtete der 49-Jährige am Donnerstag telefonisch aus seinem Heimatort Santa Clara rund 280 Kilometer östlich von Havanna.

Der kubanische Psychologe und Journalist hatte im Dezember als «echtes Symbol für den Kampf um Meinungsfreiheit und Demokratie» den Sacharow-Preis des Europaparlaments erhalten, den er aber nicht persönlich entgegennehmen konnte.

130 Tage im Hungerstreik

Bekannt wurde Fariñas mit seinem über 130 Tage langen Hungerstreik für die Freilassung politischer Häftlinge in Kuba. Der Dissident sass jahrelang im Gefängnis. Haft und Hungerstreiks haben den extrem dünnen, kahlköpfigen Kubaner gezeichnet. Er ist gesundheitlich schwer angeschlagen.

Fariñas hatte seinen Hungerstreik im Juli 2010 beendet, nachdem die kubanische Regierung unter Vermittlung der katholischen Kirche die Freilassung von 52 politischen Häftlingen beschlossen hatte. 40 sind nach Spanien ausgereist. Einer ist in Kuba in Freiheit, elf sind weiterhin im Gefängnis.

SDA/pbe

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