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Mexiko legalisiert Bürgerwehren

Kursschwenk der mexikanischen Regierung: Die privaten Selbstverteidigungskräfte gegen die Drogenkartelle sollen in Polizeieinheiten zusammengefasst werden.

Die Waffen müssen registriert werden: Mitglied einer Bürgerwehr bewacht in Michoacán eine Strasse. (19. Januar 2014)
Die Waffen müssen registriert werden: Mitglied einer Bürgerwehr bewacht in Michoacán eine Strasse. (19. Januar 2014)
Keystone

Die mexikanische Regierung und die Bürgerwehren in der Unruheprovinz Michoacán haben sich auf eine Legalisierung der Selbstverteidigungskräfte geeinigt. Ihre Mitglieder würden übergangsweise in ländlichen Polizeieinheiten zusammengefasst und unter staatliche Kontrolle gestellt.

Unter bestimmten Voraussetzungen könnten sie später in der regulären Polizei aufgehen, hiess es in einem am Montag geschlossenen Abkommen. Die acht Bürgerwehren müssen den Behörden Listen ihrer Mitglieder vorlegen und ihre Waffen registrieren lassen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Sicherheitskräfte, die Bürgerwehren mit Telekommunikationsgeräten und Fahrzeugen auszustatten.

Die Kommission für Sicherheit und Entwicklung in Michoacán werde ständigen Kontakt zu den Behörden der von der jüngsten Gewaltwelle besonders betroffenen Dörfern halten, hiess es in dem Abkommen.

Heftige Auseinandersetzungen

Mit dem Versuch, die Bürgerwehren zu integrieren, vollzieht die Regierung einen weiteren Kursschwenk. Die Bürger der von Drogenkartellen besonders betroffenen Region Tierra Caliente in Michoacán hatten sich vor einem Jahr zu ersten bewaffneten Gruppen zusammengeschlossen. Die Milizen brachten seitdem zahlreiche Gemeinden, die zuvor von den Kartellen beherrscht wurden, unter ihre Kontrolle.

Selbstverteidigungsgruppen und Kämpfer des Drogenkartells Tempelritter hatten sich in Michoacán zuletzt heftige Auseinandersetzungen geliefert. Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, schickte die mexikanische Regierung fast 10'000 Soldaten und Polizisten in den Bundesstaat im Westen des Landes.

Tempelritter-Anführer festgenommen

Unterdessen nahmen Sicherheitskräfte einen Anführer der Tempelritter fest. Dionisio Loya Plancarte alias El Tío sei am Montag in Michoacáns Hauptstadt Morelia gefasst worden, teilte der Sprecher des Nationalen Systems für öffentliche Sicherheit, Monte Alejandro Rubido, mit.

Plancarte ist der Onkel von Kartellchef Enrique Plancarte Solís und einer der mächtigsten Anführer des Verbrechersyndikats. Er soll den Drogenhandel in Morelia kontrolliert und zu den fünf mächtigsten Chefs der Tempelrittern gehört haben.

Im vergangenen Jahr war im Internet eine Videobotschaft von Plancarte aufgetaucht, in der er den Bürgerwehren mit Gewalt droht. Die Behörden hatten ein Kopfgeld in Höhe von 30 Millionen Pesos (fast zwei Millionen Franken) auf ihn ausgesetzt.

Die Caballeros Templarios beherrschten bis vor kurzem weite Teile von Michoacán. Sie handeln mit Drogen, kontrollieren den illegalen Handel mit Rohstoffen und erpressen Schutzgeld.

SDA/chk

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