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Mit Handy-Apps gegen die Politikverdrossenheit

Unternehmer im Silicon Valley wollen, dass US-Bürger mehr Einfluss auf die Politik nehmen. Sie setzen dafür Social-Media-Techniken ein.

Eine tiefe Müdigkeit hängt über den heutigen US-Zwischenwahlen. Die Stimmbürger sind frustriert, weil sie wissen, dass sich an der Blockade im Kongress nichts ändern wird, unabhängig davon, für wen sie stimmen. Diesem Missstand wollen eine Handvoll junger Unternehmer im Silicon Valley abhelfen: Sie haben in den letztem Monaten mehrere ­Social-Media-Plattformen gestartet, um Bürger und Parlamentarier direkt miteinander zu verbinden. Das Ziel ist, der Generation der sogenannten Millennials, der zwischen 1980 und 2000 geborenen Amerikaner, die allgemeine Politikverdrossenheit zu nehmen.

«Präsident Obama ist ein gutes Beispiel dafür, warum die Bürger derart frustriert sind», sagt Joe Trippi, ein demokratischer Politstratege. 2004 hatte er als einer der Ersten Social-Media-Plattformen eingesetzt, um junge Aktivisten zu gewinnen und Gouverneur Howard Dean zum Präsidenten zu machen. «Obama hat viele junge Wähler enttäuscht. Statt aus dem Trott auszubrechen, hat sich der Präsident rasch mit den verkrusteten Strukturen in Washington abgefunden», sagt Trippi. «An sich aber wären Politiker daran interessiert, von ihren Wählern zu hören, was sie beschäftigt. Doch sobald die Wahlen vorbei sind, herrscht wieder Funkstille.»

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