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«Monatlich floss ein dicker Zapfen»

In Brasilien wird ein düsteres Kapitel der jüngsten Politgeschichte aufgearbeitet. Korrespondent Sandro Benini erklärt, was den Angeklagten im Mensalão-Prozess vorgeworfen wird und wie dieser Präsidentin Rousseff schadet.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, ein ausgeklügeltes System zur Bestechung von Abgeordneten des Parlaments zur Sicherung ihrer Stimmen unterhalten zu haben: Beweismaterial im Gerichtssaal in Brasilien.
Den Angeklagten wird vorgeworfen, ein ausgeklügeltes System zur Bestechung von Abgeordneten des Parlaments zur Sicherung ihrer Stimmen unterhalten zu haben: Beweismaterial im Gerichtssaal in Brasilien.
Keystone
Behandeln ein dunkles Kapitel der brasilianischen Politgeschichte: Die Mitglieder des obersten Gerichts in Brasilien. (2. August 2012)
Behandeln ein dunkles Kapitel der brasilianischen Politgeschichte: Die Mitglieder des obersten Gerichts in Brasilien. (2. August 2012)
Keystone
Ist selbst nicht angeklagt, wusste aber mit grosser Wahrscheinlichkeit von den Machenschaften: Der frühere brasilianische Präsident Lula da Silva.
Ist selbst nicht angeklagt, wusste aber mit grosser Wahrscheinlichkeit von den Machenschaften: Der frühere brasilianische Präsident Lula da Silva.
AFP
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In dieser Woche hat in Brasilien ein «Jahrhundertprozess» begonnen. Wer wird hier vor den Richter gezerrt?

Es sind 38 Angeklagte, darunter sieben Frauen. Zum einen handelt es sich um ehemals führende Exponenten der Arbeiterpartei PT, die in Brasilien seit 2003 den Präsidenten bzw. die Präsidentin stellt. José Genoíno war Präsident der Partei, José Dirceu Kabinettschef und engster Vertrauter des einstigen Präsidenten Lula da Silva. Er ist eine der schillerndsten Figuren in der jüngeren brasilianischen Geschichte: In seiner Jugend war Dirceu Studentenführer, nach seiner Verhaftung kidnappten seine Kampfgefährten den amerikanischen Botschafter, um ihn und andere Gefangene freizupressen. Er floh nach Kuba, wo er sich einer Gesichtsoperation unterzog. Später kehrte er unerkannt nach Brasilien zurück. Ausserdem gibt es unter den Angeklagten Unternehmer, Bankiers, Mitarbeiter von PR-Agenturen sowie Vertreter weiterer Parteien.

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