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Multimillionär Romney zahlt nur 15 Prozent Steuern

Der schwerreiche Favorit für die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bezahlt bloss 15 Prozent Einkommenssteuer. Jetzt will er seine Steuerdaten offenlegen.

Sein Vermögen stamme aus Investitionen der Vergangenheit: Der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, Mitt Romney, in Florence, South Carolina.
Sein Vermögen stamme aus Investitionen der Vergangenheit: Der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, Mitt Romney, in Florence, South Carolina.
AFP

Unter wachsendem gesellschaftlichem Druck hat der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, Mitt Romney, die Offenlegung seiner Steuererklärung angekündigt.

Der Multimillionär räumte gestern vor Journalisten in South Carolina ein, dass er nur rund 15 Prozent Einkommenssteuer zahle. Bei einem Wahlkampfauftritt in Florence versprach Romney die Veröffentlichung der Unterlagen für 2011, sobald diese vollständig seien. Der Stichtag für die Steuererklärung in den USA ist gewöhnlich der 15. April.

Von Steuervergünstigungen profitieren

In einer TV-Debatte am Montagabend war Romney einer Antwort auf die Frage ausgewichen, ob er seine Steuerunterlagen öffentlich machen werde. In Florence erklärte er nun, dass die Bürger ein Interesse an seinen Finanzen zeigten. In der Vergangenheit haben Präsidentschaftskandidaten in den USA ihre persönlichen Finanzen traditionell offengelegt. Romneys Vermögen wird auf bis zu 250 Millionen Dollar geschätzt.

Romney erklärte seine geringe Steuerlast damit, dass sein Einkommen überwiegend «aus in der Vergangenheit gemachten Investitionen» stamme. Der Politiker erwarb sein Vermögen in den 1980er- und 1990er-Jahren als Chef der Investmentfirma Bain Capital. Während Kapitaleinkünfte in den USA nur mit 15 Prozent besteuert werden, liegt die Steuer auf Lohneinkommen bei bis zu 35 Prozent. Wie viele andere wohlhabende US-Bürger profitiert der Ex-Gouverneur von Massachusetts von den unter Ex-Präsident George W. Bush eingeführten Steuervergünstigungen.

Wachsende Unzufriedenheit über soziale Ungleichheit

Das Weisse Haus wertete den Wirbel um Romneys Steuererklärung als Beleg für die Debatte um die wachsende soziale Ungleichheit in den USA. Sprecher Jay Carney betonte, Präsident Barack Obama vertrete die Ansicht, dass die Reichen «ihren gerechten Anteil» zahlen müssten. Es sei unfair, wenn Millionäre nur 15 Prozent Steuern zahlten, während die Abgaben für Menschen mit einem Jahreseinkommen von 50'000 oder 75'000 Dollar viel höher seien.

Romney hatte die ersten beiden Vorwahlen der Republikaner in Iowa und New Hampshire gewonnen und gilt als aussichtsreichster Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei. Meinungsforscher sehen ihn auch bei der nächsten Vorwahl in South Carolina am Samstag vorne. Einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Gallup-Instituts zufolge sprachen sich 37 Prozent der Republikaner in den USA für Romney als Kandidaten aus.

AFP/wid

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