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New Yorker Stadtteil steht unter Schock

Nach der Explosion mit 29 Verletzten im New Yorker Stadtteil Chelsea wollen Anwohner und Polizei rasch Antworten zu der Tat. Denn das Trauma des Terrors sitzt tief.

Ermittler sichern im New Yorker Stadtteil Chelsea Beweismaterial.
Ermittler sichern im New Yorker Stadtteil Chelsea Beweismaterial.
Keystone

Danilo Gabrielli sitzt in seiner Wohnung in der 23rd Street in Downtown Manhattan und sieht fern, als ein lauter Knall die Nachbarschaft erschüttert. «Es war eine gewaltige Explosion. Sie erschütterte das gesamte Wohngebäude», erinnert er sich später. Als der 50-Jährige und seine Nachbarn auf die Strasse kommen, sehen sie Rauch. Es riecht nach Schwefel.

«Ich sah Metallstücke», sagt er dem TV-Sender CNN später. «Die ganze Nachbarschaft hat grosse Angst.»Die Explosion im beliebten Chelsea, wo die New Yorker sich am Samstagabend gern in kleinen Kneipen und Restaurants tummeln, jagt den Anwohnern einen Schrecken ein. 29 Menschen werden verletzt, davon einer schwer.

Splitter in der Schulter

Das Handyvideo eines Augen­zeugen zeigt eine Frau mit einem Metallsplitter im Auge, ihr Gesicht und ihre Kleidung sind von Blut überströmt. «Ich habe die Explosion gehört und bin hingefallen», sagt das verwirrt wirkende Opfer. Neben ihr stehen zwei junge Mädchen, einer steckt je ein Metallsplitter in Schulter und Stirn. In New York, das erst eine Woche zuvor an die Schrecken des Terrors zum 15. Jahrestag von 9/11 erinnerte, steht schnell die grosse Frage im Raum: Ist die laut Bürgermeister Bill de Blasio «vorsätzlich» durchgeführte Aktion das Werk von Terroristen?

Nur vier Strassenblocks nördlich entdeckt die Polizei einen weiteren Sprengsatz, der an die Anschläge beim Boston-Marathon 2013 mit drei Toten und mehr als 260 Verletzten erinnert – ein Dampfkochtopf, aus dem Kabel ragen, die wohl mit einem Handy verbunden sind. Sprengstoffexperten entfernen den Ge­genstand schliesslich vom Tatort, um ihn zu untersuchen.

Blaulichter und Sirenen

Für grosse Schlussfolgerungen ist es auch am Tag nach der Tat, als New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sich ein Bild am Tatort macht, noch zu früh. In Chelsea haben die Rettungskräfte alle Hände voll zu tun. «Räumt die verdammte Strasse», ruft jemand im Video eines Augenzeugen. Blaulichter blitzen, Sirenen heulen.

«Es fühlte sich an, als habe ein Blitz das Gebäude getroffen», berichtet Ben Brooks CNN. «Alle rannten aus den Restaurants, die ganze Stadt war auf den Strassen.» Chelsea, wo es im Vergleich zur Hektik von Midtown oder dem Financial District eher gelassen zugeht, kommt stundenlang nicht zur Ruhe.

David Martinez und Brenda Abero schätzen sich glücklich, nach dem Knall in Chelsea am Leben zu sein. «Ich fuhr im Auto und fühlte plötzlich eine Explosion», sagt Martinez. Die Wucht der Explosion habe das Auto angehoben und beschädigt. «Ich bin einfach ohnmächtig geworden, als ich aufwache, bin ich in einem Krankenwagen.»

Johannes Schmitt-Tegge/ sda

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