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NSA griff System-Administratoren von Telekom-Anbietern an

Die neuste Enthüllung aus den Unterlagen von Edward Snowden: Laut einem Medienbericht führte der US-Geheimdienst ein Programm mit dem Namen «I hunt sys admins».

Neue Enthüllungen: Datenzentrum der NSA in Utah.
Neue Enthüllungen: Datenzentrum der NSA in Utah.
Jim Urquhart, Reuters

Der US-Geheimdienst NSA hat offenbar systematisch die Administratoren von Computer-Netzwerken ins Visier genommen. Der Geheimdienst habe die Spezialisten angegriffen, um über sie Zugang zu Computern und Netzwerken zu erhalten. Das berichtet die von Glenn Greenwald gegründete Nachrichten-Webseite «The Intercept». Sie beruft sich auf Unterlagen aus dem Fundus von Edward Snowden.

Die Nachricht dürfte die Computerexperten weiter erzürnen. Laut den Unterlagen aus dem Jahr 2012 habe die NSA private E-Mail-Adressen und Facebook-Accounts der Administratoren geknackt, um anschliessend deren Computer zu hacken und Kontrolle über die betreuten Netzwerke zu erhalten.

Telefon- und Internetfirmen betroffen

In dem Dokument mit dem Titel «I hunt sys admins» («Ich jage System-Administratoren») würden insbesondere die Netzwerkadministratoren ausländischer Telefon- und Internetfirmen genannt, berichtet «The Intercept».

Im September vergangenen Jahres war ein ähnliches Vorgehen des britischen Geheimdienstes GCHQ bekannt geworden. Der GCHQ habe das belgische Telekommunikationsunternehmen Belgacom attackiert, indem Mitarbeitenden gezielt Spähsoftware untergeschmuggelt wurde, berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

US-Behörden mauern bei Informationen zum Einsatz von Abhörtechniken

Die Polizei in den USA verweigert Informationen zum Einsatz einer neuen Technologie zum Abhören von Telefongesprächen namens Stingray. Wenn sie überhaupt etwas dazu mitteile, würden Dokumente massiv zensiert, meldet die Nachrichtenagentur AP.

Stingray gibt sich als Fernmeldeturm für Mobiltelefone aus und gibt heimlich Angaben über den Standort des Handys sowie Informationen über Telefonate und Kurzmitteilungen weiter. Die Polizei verteidigt den Einsatz der Technik mit dem Hinweis, sie komme damit Verbrechern auf die Spur. Bürgerrechtler sehen dagegen die Privatsphäre von US-Bürgern verletzt.

Die Polizei will auch nicht mitteilen, welche Firma Stingray herstellt. Sie wolle so Polizeitaktiken und wirtschaftliche Geheimnisse schützen.

Enthüllungen des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über Abhörprogramme der NSA haben seit vergangenem Sommer eine Debatte über die richtige Balance zwischen dem Schutz der Privatsphäre und staatlichen Ermittlungen ausgelöst.

sda/AP/mw

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