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Obama erklärt Putins Masche

Wladimir Putin gebe gern den«harten Kerl», doch das sei eine Masche für das russische Publikum, meint US-Präsident Barack Obama. Derweil werden US-Bürger vor Spionage in Sotschi gewarnt.

«Er gibt sich gern gelangweilt»: Wladimir Putin bei der Eröffnungszeremonie in Sotschi. (7. Februar 2014)
«Er gibt sich gern gelangweilt»: Wladimir Putin bei der Eröffnungszeremonie in Sotschi. (7. Februar 2014)
Keystone

Die USA haben ihre Bürger bei einem Besuch der Olympischen Spiele im russischen Sotschi zu einem vorsichtigen Umgang mit Internet und Handys aufgefordert. Es bestehe die Gefahr von Hackerangriffen und Abhörversuchen, teilte das Aussenministerium in Washington mit.

US-Touristen müssten sich bewusst sein, dass sie keinen Schutz ihrer Privatsphäre erwarten dürften, wenn sie vertrauliche oder persönliche Informationen über das russische Telekommunikationsnetz austauschten.

Die ungewöhnliche Reisewarnung wurde nur einen Tag nach dem Eklat um ein mitgeschnittenes Telefonat der US-Spitzendiplomatin Victoria Nuland mit einer abfälligen Bemerkung über die EU veröffentlicht. Das offenbar von einem Geheimdienst abgefangene Telefongespräch war von Unbekannten über den Internet-Dienst Youtube verbreitet worden. Die US-Regierung macht Russland dafür verantwortlich.

Trotz der Bemerkung Nulands sah die US-Regierung in der Ukraine-Politik keine grundlegenden Meinungsverschiedenheiten mit der Europäischen Union. Die Frage, ob der Vorfall eine tiefe Kluft zwischen den USA und der EU erkennen lasse, verneinte die Sprecherin des Aussenministeriums Jen Psaki entschieden.

Die US-Regierung arbeite eng mit der EU zusammen. «Natürlich» stimmten beide Seiten aber nicht «über jeden Bestandteil von jedem Schritt zu jedem Augenblick» überein. Dafür sei das Thema «zu komplex».

Obama enttarnt Putins Masche

Auf die Beziehung zu seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin angesprochen, gab US-Präsident Barack Obama an, er empfinde diese entgegen Medienbeschreibungen nicht als eisig. In einem Interview des Senders NBC beschrieb Obama Putins Auftreten als «harter Kerl» als eine Art Masche, die auf das heimische Publikum abziele.

«Tatsache ist, dass es viel Austausch gibt, wenn wir uns treffen, eine überraschende Menge an Humor, von Geben und Nehmen.» Putin habe ihn immer mit höchstem Respekt behandelt. «Er hat einen öffentlichen Stil, sich während gemeinsamer Interviews gern zurückzulehnen und ein bisschen gelangweilt zu erscheinen», fuhr Obama fort. Er glaube, dass dadurch «einige dieser Eindrücke» entstünden.

«Ich habe das Gefühl, dass das Teil seiner auf daheim ausgerichteten politischen Masche ist, als harter Kerl auszusehen», sagte der Präsident. «US-Politiker haben einen anderen Stil. Wir neigen dazu, manchmal zu lächeln.»

NBC strahlte das Interview zusammen mit einer Aufzeichnung der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi aus.

(SDA)

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