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Obama will Cybersicherheit stärken – Pyongyang verlangt Beweise

Mit einem neuen Gesetz will die US-Regierung den vermehrten Hackerangriffen aus dem Ausland entgegentreten. Derweil lehnte Nordkorea die Verantwortung für die Sony-Attacke ab.

Sagt den Hackern den Kampf an: US-Präsident Barack Obama spricht vor dem National Cybersecurity and Communications Integration Center in Arlington. (13. Januar 2015)
Sagt den Hackern den Kampf an: US-Präsident Barack Obama spricht vor dem National Cybersecurity and Communications Integration Center in Arlington. (13. Januar 2015)
Keystone

Nach der Hackerattacke auf das Filmstudio Sony Pictures will US-Präsident Barack Obama verstärkte Cybersicherheit. Unternehmen sollen ermutigt werden, ihre Erfahrungen mit Angriffen noch besser mit den Behörden und untereinander zu teilen.

Am Dienstag stellte Obama ein neues Gesetz vor, sprach mit führenden Kongresspolitikern und rief den Kongress zum Handeln auf. Der Verkauf sogenannter «Botnets», bei denen Online-Kriminelle die Computer ahnungsloser Nutzer missbrauchen, soll strafrechtlich verfolgt werden, heisst es im Vorschlag des Weissen Hauses.

Auch der Verkauf gestohlener Kreditkarten- und Bankdaten sowie von Spyware, die Identitätsdiebstahl ermöglicht, soll unter Strafe gestellt werden. «Botnets», die mit sogenannten Denial of Service-Angriffen (DoS-Attacke) bestimmte Websites ins Visier nehmen und diese gezielt lahmlegen wollen, sollen per Gerichtsbeschluss abgeschaltet werden.

«Wir müssen noch mehr tun»

Die Attacke gegen Sony sowie das von mutmasslich islamistischen Jihad-Sympathisanten gehackte Twitter-Konto des US-Militärs zeigten, dass beim Thema Cybersicherheit noch deutlich mehr getan werden müsse, sagte Obama. Auch bei seiner Rede zur Lage der Nation kommende Woche will er das Problem ansprechen.

Das «brutale Regime» Nordkorea habe Cyberattacken als neue Waffe zu seinem Arsenal hinzugefügt, sagte der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses im Abgeordnetenhaus, Ed Royce, bei einer Anhörung. Trotz begrenzter Internet-Fähigkeiten sei mittlerweile eine «Eliteeinheit für Cyber-Kriegsführung» am Werk, das sogenannte Bureau 121.

«Es gibt kein internationales Abkommen oder klare Definition, was Cyber-Krieg oder Cyber-Terror ausmacht», sagte der Abgeordnete Eliot Engel. Doch Cyber-Attacken könnten zu Eigentumsverlust führen, Angst schüren, die Bevölkerung einschüchtern oder gar Leben kosten. «Sie können so ernst sein wie herkömmliche Akte des Krieges oder Terrors.»

Pyongyang verlangt Beweise

Nordkorea hat erneut jede Verantwortung für den Hackerangriff auf die Produktionsfirma Sony zurückgewiesen und von den USA Beweise für derlei Anschuldigungen verlangt. Der stellvertretende nordkoreanische UNO-Botschafter An Myong-hun sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz am UNO-Sitz, sein Land habe mit der Hacker-Attacke «nichts zu tun». Derlei Anschuldigungen aus Washington seien «Blödsinn» und die US-Regierung möge Beweise für ein Fehlverhalten Pyongyangs vorlegen.

Sony war Ende vergangenen Jahres angegriffen worden, danach gab es ominöse Drohungen im Zusammenhang mit der Nordkorea-Satire «The Interview». Sony wollte den Film, in dem es um einen geplanten Mordanschlag auf Machthaber Kim Jong-un geht, daraufhin zurückhalten, entschied sich später aber anders. Washington machte Pyongyang direkt für die Cyber-Attacke verantwortlich.

Gespräche angeboten

Nordkoreas Vize-Botschafter bot den USA am Dienstag zudem direkte Gespräche über das Atomprogramm des Landes an. Pyongyang hatte Washington am Freitag einen «befristeten» Stopp seiner Atomtests angeboten, sollten die US-Streitkräfte im Gegenzug ihr nächstes Militärmanöver mit den südkoreanischen Verbündeten absagen. Das US-Aussenministerium wies das Angebot als «implizite Drohung» zurück, zeigte sich aber offen für einen Dialog. Der Nordkorea-Vertreter sagte nun dazu, das Angebot stehe noch immer und sein Land sei bereit, den USA die Absicht dahinter in direkten Gesprächen zu «erklären».

Die gemeinsamen Militärmanöver von Südkorea und den USA führen jedes Jahr zu Spannungen mit dem abgeschotteten Nordkorea, das sich dadurch bedroht fühlt. Die USA haben in Südkorea fast 30'000 Soldaten stationiert.

sda/AFP/chk

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