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Pentagon-Schelte wegen ausgeplauderten Mosul-Geheimnisses

Mitte Februar informierte ein US-Militärvertreter auffällig offen über eine bevorstehende irakische Grossoffensive auf das vom IS gehaltene Mosul. Nun rügte Pentagon-Chef Ash Carter das Vorgehen scharf.

Will «angemessene Massnahmen» ergreifen: Pentagon-Chef Ash Carter vor einem Senatsausschuss. (3. März 2015)
Will «angemessene Massnahmen» ergreifen: Pentagon-Chef Ash Carter vor einem Senatsausschuss. (3. März 2015)
Reuters

Das Pentagon hat das US-Zentralkommando wegen der ungewöhnlich detailreichen Informationen zur geplanten irakischen Grossoffensive auf die von der IS-Miliz kontrollierte Stadt Mosul scharf kritisiert. Dies sei ein Fehler gewesen, erklärten ranghohe Vertreter des Verteidigungsministeriums vor einem Senatsausschuss. Pentagon-Chef Ash Carter sprach sogar von einer irrtümlichen Enthüllung von «Militärgeheimnissen.» Der Kommandeur des Zentralkommandos leitete eine interne Untersuchung ein.

Am 19. Februar hatte ein Vertreter des Zentralkommandos in Tampa in einem telefonischen Hintergrundgespräch mit Journalisten einen Schlachtplan zu einer Offensive auf die nordirakische Stadt Mosul ausgebreitet. Dabei gab er nicht nur den avisierten Zeitpunkt der Mission – April oder Mai – preis, sondern auch Informationen zum Aufbau und Auftrag der daran beteiligten irakischen und kurdischen Truppen.

«Angemessene Massnahmen» ergreifen

Vor dem Senatsausschuss geisselte Verteidigungsminister Carter das Vorgehen. «Das waren ganz klar keine akkuraten Informationen, und wenn sie akkurat gewesen wären, hätte man sie nicht vor der Presse ausplaudern dürfen», sagte er. «Also war das in beiderlei Hinsicht falsch.»

Auch Generalstabschef Martin Dempsey sagte vor dem Ausschuss aus. Er habe mit dem Kommandeur des Zentralkommandos, Lloyd Austin, über das Mosul-Briefing gesprochen. Austin gehe dem Vorfall nun intern nach und werde «angemessene Massnahmen» ergreifen. Wie diese aussehen werden, sagte Dempsey jedoch nicht.

Verteidigungsminister wartete mit Kritik

Die Terrormiliz Islamischer Staat nahm Mosul im vergangenen Juni bei ihrem Vormarsch durch den Irak und Syrien ein, örtliche Sicherheitskräfte flüchteten in Scharen aus der Stadt. Inzwischen scheint klar, dass die geplante Grossoffensive auf Mosul nicht im Frühjahr beginnt, da sich die örtlichen Truppen mehr Trainingszeit ausgebeten haben.

Die Affäre um die detailreiche Informationspolitik im Fall Mosul ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Verteidigungsminister fast zwei Wochen mit seiner öffentlichen Kritik wartete. Als Carter zuletzt von Reportern zu der Causa befragt wurde, hatte er sich noch deutlich verhaltener geäussert. «Die Hauptsache ist, dass es getan wird, wenn es erfolgreich getan werden kann», sagte er am vergangenen Freitag über die Mosul-Mission. «Und selbst wenn ich den genauen Zeitpunkt wüsste, würde ich es Ihnen nicht sagen.

Tags darauf erklärte Carter, es sei wichtig, dass die Öffentlichkeit unter Berücksichtigung der Sicherheit informiert bleibe.

SDA/chk

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