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Russland steht neu auf dem dritten Platz bei den Rüstungsausgaben

Im weltweiten Vergleich haben die USA zwar immer noch das höchste Militärbudget, aber die Ausgaben wurden letztes Jahr erstmals seit über zehn Jahren gesenkt. Aufgerüstet haben dagegen China und Russland.

Die USA stehen mit ihrem Militärbudget an der Spitze: Truppen hören sich eine Rede Barack Obamas an. (14. Dezember 2011)
Die USA stehen mit ihrem Militärbudget an der Spitze: Truppen hören sich eine Rede Barack Obamas an. (14. Dezember 2011)

Die weltweiten Militärausgaben sind 2011 erstmals seit über einem Jahrzehnt fast unverändert geblieben. Das geringe Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liege deutlich unter den Wachstumsraten der vergangenen Jahre, teilte das Friedensforschungsinstitut Sipri heute mit.

Von 2001 bis 2009 hatten die weltweiten Militärausgaben noch jedes Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent zugelegt. 2011 lagen sie nach Schätzungen des Stockholm International Peace Research Institute bei rund 1,74 Billionen US-Dollar weltweit.

Unter dem Druck ihrer Haushaltsdefizite hätten die USA, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und viele andere Länder ihre Ausgaben für das Militär gekürzt. «Es ist zu früh, um zu sagen, ob die abflachenden Militärausgaben von 2011 eine langfristige Trendwende darstellen», sagte Sam Perlo-Freeman, Experte für Militärausgaben bei Sipri.

1,2 Prozent weniger Ausgaben

Die USA stehen mit einem Militärbudget von 711 Milliarden Dollar zwar weiter unangefochten an der Spitze, haben aber erstmals seit 1998 die Ausgaben gesenkt. Sie fielen preisbereinigt um 1,2 Prozent.

Als Gründe nannte Sipri sowohl den Truppenabzug aus dem Irak und den geplanten Abzug aus Afghanistan als auch amerikanische Bemühungen, das Haushaltsloch zu stopfen. Die USA halten nach diesem Bericht einen Anteil von 41 Prozent an den weltweiten Militärausgaben.

Russland überholt Grossbritannien und Frankreich

China und Russland dagegen haben die Ausgaben im vergangenen Jahr in die Höhe getrieben. China landete hinter den USA auf Platz zwei der internationalen Rangliste mit einem Anteil von gut acht Prozent an den globalen Militärausgaben. China gab mit 143 Milliarden Dollar 6,7 Prozent mehr aus als im Vorjahr, so Sipri.

Russland folgte 2011 mit gut vier Prozent auf Rang drei – und hat damit Grossbritannien und Frankreich überholt. Russlands Militärhaushalt legte um 9,3 Prozent auf 71,9 Milliarden Dollar zu. Eine weitere Erhöhung der Ausgaben in den kommenden Jahren sei geplant, hiess es im Bericht.

Schuldenkrise drückt Budget nach unten

Deutschland fiel auf der Länderliste auf Platz neun, gehörte aber hinter Grossbritannien und Frankreich weiter zur Spitze in Westeuropa. Auch die von der europäischen Schuldenkrise besonders gezeichneten Länder Griechenland, Spanien, Italien, und Irland senkten demnach ihre Ausgaben für das Militär im vergangenen Jahr.

Im Nahen Osten seien die Ausgaben insgesamt um geschätzte 4,6 Prozent gestiegen, aus zahlreichen Ländern – darunter dem Iran – fehlten aber die Daten. Bewertet wurden für den Bericht die Regierungsausgaben für das Militär – darunter Gehälter der Truppen, Kosten für Einsätze und ihre Verwaltung sowie für Waffen und Entwicklung.

SDA/rbi

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