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Schlag gegen Drogenmafia – Kartellboss in Mexiko geschnappt

Er war einer der meistgesuchten Drogenbosse, die USA hatten fünf Millionen Dollar für seine Festnahme ausgeschrieben. Jetzt sitzt Eduardo Arellano Felix hinter Gitter.

Soldaten nahmen Felix am Freitagabend nach einer Schiesserei zusammen mit seiner Tochter in einer Wohnsiedlung der Grenzstadt Tijuana fest, wie das Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte. Nach dem Drogenboss ist das Arellano-Felix-Kartell in Tijuana benannt.

Tijuana ist seit Monaten Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen rivalisierenden Banden von Drogenhändlern. Der mexikanische Präsident Felipe Calderon stand deswegen unter erheblichem Erfolgsdruck, zumal er mehrere tausend Soldaten und Polizisten für den Kampf gegen den Drogenhandel abgestellt hat.

Das US-Aussenministerium hat 2003 eine Belohnung von fünf Millionen Dollar für seine Gefangennahme ausgeschrieben. Arellano Felix und seine Schwester Enedina Arellano Felix übernahmen die Führung des Kartells, nachdem mehrere Brüder verhaftet oder erschossen worden waren.

Hunderte Tonnen Kokain in die USA geschleust

Das Tijuana-Kartell, das auch als Arellano Félix Organisation (AFO) bekannt ist, wurde von den Arellano Félix-Brüdern in den achtziger Jahren aufgebaut. Laut den Behörden in Mexiko wird das Kartell von den Arellano-Brüder geführt wie ein internationales Unternehmen. Es betreibt den Handel mit Kokain, Marihuana und Amphetaminen. Angeblich soll das Kartell hunderte Tonnen Kokain aus Kolumbien in die USA geschleust haben. Schätzungen der US-Anti-Drogen-Behörde DEA zufolge schmuggelt das Tijuana-Kartell rund ein Viertel des in den USA konsumierten Kokains über die Grenze.

Den Arellano Félix Brüdern werden eine Vielzahl Verbrechen und Morde zu Last gelegt. So wird ihnen unter anderem die Ermordung des Erzbischofs von Guadalajara, Juan Jesús Posadas Ocampo, im Mai 1993 zugeschrieben.

Vertreter der mit der Drogenbekämpfung betrauten mexikanischen Armee und der Generalstaatsanwaltschaft liessen im Jahr 2002 verlauten, dass das Tijuana-Kartell nach der Verhaftung beziehungsweise Tötung von führenden Arellano Félix Brüdern vollständig zerschlagen sei. Demgegenüber gehen Experten davon aus, dass es lediglich zu einer Neuordnung der Geschäfte kam.

In preisgekröntem Hollywood-Film thematisiert

2002 wurde Benjamin Arellano Felix verhaftet, Ramon Arellano Felix wurde im gleichen Jahr erschossen. 2006 nahm die US-Küstenwacht in internationalen Gewässern vor Baja California Francisco Javier Arellano Felix gefangen.

Die Rivalitäten zwischen den Arellano Félix Brüdern vom Tijuana-Kartell mit ihrem Erzfeind Carrillo Fuentes vom Juarez-Kartell wurden von Hollywood im Film «Traffic - Macht des Kartells» thematisiert. Der Film von Steven Soderbergh mit Starbesetzung – Michael Douglas, Catherine Zeta-Jones – erhielt 2001 vier Oscars.

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