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Schweizer in Peru in Hotels eingesperrt

Der südamerikanische Staat reagiert drastisch auf das Coronavirus. Noch ist unklar, wie Touristen wieder nach Hause kommen.

Ein Soldat hält in Callao Busse an, um die Insassen zu kontrollieren. Foto: Martin Mejia, AP Photo/Keystone
Ein Soldat hält in Callao Busse an, um die Insassen zu kontrollieren. Foto: Martin Mejia, AP Photo/Keystone

Bundesrätin Karin Keller-Sutter ruft die Schweizer dazu auf, aus dem Ausland zurückzukehren. Wie schwierig das für viele ist, zeigt das Beispiel Peru. Das Land hat tiefgreifende Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ergriffen.

Seit Montag sind nicht nur die Grenzen des südamerikanischen Staates vollständig geschlossen. Präsident Martín Vizcarra hat auch die Transportwege innerhalb Perus weitgehend zugemacht. Die Flüge im Land sind eingestellt. Busse fahren nur noch innerhalb der Städte für Personal mit Spezialbewilligung.

Es herrscht Ausgangsverbot. Die eigenen vier Wände dürfen Einheimische und Touristen nur verlassen, um Lebensmittel einzukaufen oder zum Arzt zu gehen. Die Kontrollen sind strikt. Militär und Polizei überprüfen auf den Strassen der Städte und auf dem Land die Einhaltung der Quarantäne.

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Diese einschneidenden Massnahmen treffen viele Schweizer Reisende und Feriengäste. Sie sind in ihren Hotels eingesperrt. Gemäss den Notstandsbestimmungen sei das Verlassen des Hotels nur in Ausnahmefällen gestattet, sagt Anahi Zolecio von der Schweizer Botschaft in der peruanischen Hauptstadt Lima. Für Einkäufe von Lebensmitteln solle ein Supermarkt möglichst nah beim Hotel aufgesucht werden. Laut Schätzungen der Schweizer Vertretung sind rund «500 Personen» aus der Schweiz davon betroffen.

Die Notstandsmassnahmen gelten bis mindestens 30. März. Doch auch danach ist vieles unklar. Die Regierung hat schon zuvor sämtliche Flüge aus Europa untersagt. Ob europäische Fluggesellschaften danach wieder fliegen dürfen, ist ungewiss. Die Callcenter der Airlines sind völlig überlastet, und auch auf E-Mails folgen derzeit nur Standardantworten statt neue Abflugsdaten.

Es sei nicht einmal klar, ob die Regierung Perus von europäischen Ländern organisierte Rückflüge in die Heimat zulassen würde, sagt Anahi Zolecio. Man kläre diese Möglichkeit derzeit mit den Behörden vor Ort ab. Ohne solche Flüge bleiben viele Schweizer Reisende wohl noch wochenlang unfreiwillig im Land.

Wegen Husten aus Hotel geworfen

Derweil reagiert das Hotelpersonal in Peru mitunter panisch auf Gäste aus Europa. In mindestens einem Fall wurde ein Schweizer Tourist aus dem Hotel geworfen, weil er einen leichten Husten hatte. Einige Hotels mussten wegen fehlenden Personals schliessen.

Die Regierung Perus hat die Notmassnahmen trotz vergleichsweise wenigen Corona-Fällen ausgerufen. Bei der Ankündigung am Sonntagabend waren es deren 71 ohne Todesopfer. Zur gleichen Zeit waren in der Schweiz 2200 Fälle bekannt, 14 davon mit tödlicher Folge.

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