Zum Hauptinhalt springen

South Dakota will alle Lehrer bewaffnen

Während liberale US-Staaten für strengere Waffengesetze sind, gehen konservative Regionen in die andere Richtung. In Maine diskutiert ein Dorf darüber, die Waffenpflicht für alle 140 Bewohner einzuführen.

Wer seine Waffe mit in die Pizzeria in Virgina Beach bringt, bekommt Rabatt: Die Mutter des Ladenbesitzers posiert mit einem Gewehr. (1. Februar 2013)
Wer seine Waffe mit in die Pizzeria in Virgina Beach bringt, bekommt Rabatt: Die Mutter des Ladenbesitzers posiert mit einem Gewehr. (1. Februar 2013)
Keystone

Der Streit über die rechtlichen Konsequenzen aus dem Schulmassaker von Newton Mitte Dezember spaltet in den USA immer mehr Befürworter und Gegner von Waffenbesitz.

Während Präsident Barack Obama und liberale US-Staaten wie New York und Kalifornien für strengere Auflagen sind, gehen konservative Staaten und Gemeinden von South Dakota und Georgia bis Idaho den umgekehrten Weg: Wie die mächtige Waffenlobby NRA vertreten sie den Standpunkt, die Sicherheit lasse sich erhöhen, wenn mehr Menschen Waffen besitzen.

In South Dakota sollen Schullehrer deshalb künftig Waffen tragen dürfen. Der republikanische Gouverneur des Staats, Dennis Daugaard, unterzeichnete ein entsprechendes Gesetz, nach dem die Schulbezirke von South Dakota Lehrer und andere Angestellte bewaffnen dürfen. Das Gesetz tritt am 1. Juli in Kraft.

Angst vor Unfällen mit Schusswaffen

Befürworter sagen, die Bewaffnung von Lehrern könnte Tragödien wie in Newtown, wo am 14. Dezember 20 Schüler und sechs Lehrkräfte erschossen wurden, verhindern. Gegner des Vorhabens warnen hingegen vor Unfällen mit Schusswaffen an Schulen.

In Maine denkt ein Dorf von 140 Seelen unterdessen darüber nach, den Besitz von Waffen per Gemeindeordnung zur Pflicht zu machen. Es handelt sich eher um eine symbolische, aber öffentlichkeitswirksame Aktion: Die Justizministerin von Maine, Janet Mills, erklärt, eine derartige Gemeindeordnung für Byron wäre null und nichtig, weil ein Staatsgesetz von 2011 den Kommunen untersagt, Vorschriften bezüglich Schusswaffen zu erlassen.

Ein Sprecher von Byron, sagte, 90 Prozent der 140 Einwohner hätten sowieso eine Schusswaffe. «Wir wollen einfach nur die Botschaft senden, dass wir unsere Waffen nicht aufgeben werden», erklärte er.

Waffenpflicht in Kennesaw seit 1982

Was nicht heisst, dass es solche Gemeindeordnungen in anderen US-Staaten nicht geben könnte: Im 1300-Einwohnerort Nelson bei Atlanta in Georgia wird darüber endgültig am 1. April abgestimmt. Der Initiator, Duane Cronic, sagte, er suche keinen Streit mit der Bundesregierung in Washington, die das Waffenrecht für alle 50 US-Staaten reformieren will. Er mache nur, was seine Wähler von ihm erwarteten.

In Kennesaw, Georgia, gibt es die Waffenpflicht schon seit 1982. Ein Polizist, Craig Graydon sagte, die Kriminalität in dem 30'000 Einwohner zählenden Ort bei Atlanta sei niedrig.

dapd/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch