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Terroralarm: Obama bestätigt Bombenfund in Flugzeugen

Die beiden verdächtigen Pakete aus dem Jemen, welche Sicherheitskräfte in zwei Flugzeugen sichergestellt haben, enthielten Sprengstoff. Der entscheidende Hinweis kam aus Saudiarabien.

Im Visier der Terroristen: Die weltweit tätigen Kurierdienste Fedex und UPS.
Im Visier der Terroristen: Die weltweit tätigen Kurierdienste Fedex und UPS.
Keystone
Auch die Luftracht der Passagierflugzeuge im Visier: Eine Paketbombe wurde in einer Maschine der Qatar Airways transportiert.
Auch die Luftracht der Passagierflugzeuge im Visier: Eine Paketbombe wurde in einer Maschine der Qatar Airways transportiert.
Keystone
Der Terroralarm wird zum Wahlkampfthema: Die demokratische US-Senatorin Dianne Feinstein (links) und die Kandidatin für einen Senatorenplatz Barbara Boxer (rechts) nehmen Stellung zum Sprengstofffund.
Der Terroralarm wird zum Wahlkampfthema: Die demokratische US-Senatorin Dianne Feinstein (links) und die Kandidatin für einen Senatorenplatz Barbara Boxer (rechts) nehmen Stellung zum Sprengstofffund.
Keystone
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Die Entdeckung zweier Sprengstoffpakete in Frachtflugzeugen hat weltweit neue Ängste vor einem Terroranschlag islamischer Extremisten geschürt. US-Präsident Barack Obama sprach von einer «glaubhaften terroristischen Drohung». Die in London und Dubai sichergestellten Sprengstoffsendungen konnten rechtzeitig entschärft werden.

Obama machte die Al-Kaida im Jemen bei einer Rede im Weissen Haus zum Stand der Entwicklungen zwar nicht direkt für den Sprengstoff in den abgefangenen Paketen verantwortlich, sagte aber, die USA werde ihren Kampf gegen das Terrornetzwerk in dem Land fortführen. Die Ereignisse zeigten, wie wichtig es sei, wachsam zu bleiben.

Neue Vermutungen

Sicherheitskreisen zufolge waren die Pakete mit Sprengstoff mit ziemlicher Sicherheit Teil eines internationalen Terrorkomplotts der al-Qaida im Jemen. Die Pakete mit dem Sprengstoff seien für einen Terroranschlag konzipiert worden und hätten bei Nicht-Entdeckung Schaden anrichten können, sagte Sicherheitsberater Brennan. Es gab auch Vermutungen, dass es sich um einen Testlauf für einen internationalen Terroranschlag handeln könnte.

Das US-Sicherheitssystem hat nach Einschätzung des Weissen Hauses nach der Entdeckung der Pakete, die das US-Frachtunternehmen in die Vereinigten Staaten bringen sollte, gut funktioniert. Die zuständigen Stellen in den USA und im Ausland hätten schnell reagiert und die Pakete entschärfen lassen, sagte Obamas Sicherheitsberater John Brennan.

Pakete an jüdische Organisationen adressiert

Zuvor hatten die Behörden in Dubai nach eigenen Angaben ein Paket aus Jemen mit Sprengstoff an Bord eines Frachtflugzeugs entdeckt, das an eine jüdische Institution im Raum Chicago adressiert war. Ein zweites Paket aus dem Jemen wurde an Bord eines Flugzeugs in Grossbritannien entdeckt. Es war ebenfalls an eine jüdische Organisation im Raum Chicago adressiert und stammte FBI-Angaben zufolge von dem gleichen Absender aus Jemen wie das erste. Auch das zweite Paket enthielt nach Obamas Worten Sprengstoff.

Der entscheidende Tipp kam aus saudiarabischen Geheimdienstkreisen, die die Informationen an die USA weitergaben, wie aus Regierungskreisen in Washington verlautete. Brennan dankte später in einer offiziellen Erklärung Saudiarabien sowie Grossbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten für die geleistete Hilfe bei der Bewältigung der Gefahr.

Das US-Frachtunternehmen UPS stoppte unterdessen mit sofortiger Wirkung die Beförderung aller Sendungen aus dem Jemen. Die jemenitische Regierung zeigte sich indes überrascht und warnte vor Vorverurteilungen. Kein Frachtflugzeug von UPS habe den Jemen verlassen. Es habe ausserdem weder direkte oder indirekte Flüge zu britischen oder amerikansichen Flughäfen gegeben.

Kampfflugzeuge eskortieren Passagierflugzeug nach New York

Ein Passagierflugzeug der Emirates Airlines mit Frachtladung aus dem Jemen an Bord wurde ab der kanadischen Grenze von zwei Kampfflugzeugen des US-Militärs nach New York eskortiert. Das Flugzeug landete kurz nach 3.30 Uhr (Ortszeit) auf dem internationalen John-F.-Kennedy-Flughafen. Behördenangaben zufolge handelte es sich um eine reine Vorsichtsmassnahme. Mehrere Frachtflugzeuge auf US-Flughäfen wurden nach verdächtigen Paketen untersucht. Gefunden wurde nach Behördenangaben nichts.

AFP/dpad/jak/miw

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