Trump schränkt Kuba-Reisen wieder ein

Kreuzfahrtschiffe aus den USA dürfen die Karibik-Insel nicht mehr ansteuern – auch Gruppenreisen für US-Bürger werden verboten.

US-Touristen fotografieren aus einem Oldtimer die Norwegian Sky am Hafen von Havanna. US-Reedereien dürfen mit den neuen Sanktionen keine Stopps mehr auf Kuba machen. Foto: Reuters/Alexandre Meneghini

US-Touristen fotografieren aus einem Oldtimer die Norwegian Sky am Hafen von Havanna. US-Reedereien dürfen mit den neuen Sanktionen keine Stopps mehr auf Kuba machen. Foto: Reuters/Alexandre Meneghini

Die USA haben neue Sanktionen gegen Kuba verhängt, die der Tourismusbranche des Karibikstaates schaden sollen. Wie das Finanzministerium in Washington am Dienstag mitteilte, wurden US-Bürgern unter anderem Gruppenreisen zu Bildungszwecken nach Kuba verboten. Auch Kreuzfahrtschiffe und Jachten aus den USA dürfen die Insel künftig nicht mehr ansteuern.

Damit schneidet die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Hauptwege ab, auf denen US-Bürgern in den vergangenen Jahren das Reisen nach Kuba erlaubt war. Finanzminister Steven Mnuchin begründete die Strafmassnahmen mit der «destabilisierenden» Rolle, die Kuba in der Region spiele. Er prangerte die kubanische Unterstützung für die linksgerichteten Regierungen in Venezuela und Nicaragua an.

Der kubanische Aussenminister Bruno Rodríguez kritisierte, dass Washington die kubanische Wirtschaft «abwürgen» und den Lebensstandard der Kubaner senken wolle, um «politische Konzessionen» zu erzwingen. Die neuen Sanktionen könnten den kommunistisch regierten Staat dutzende Millionen Einnahmen im Jahr kosten. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres waren rund eine Viertelmillion US-Reisende nach Kuba bekommen, das waren fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.

Obama lockerte Restriktionen

Die US-Regierung hatte bereits Mitte April eine deutlich verschärfte Gangart gegenüber Kuba mit neuen Restriktionen für Reisen und Geldtransfers angekündigt. Seit Anfang Mai sind auch Klagen vor US-Gerichten gegen im Kuba-Geschäft tätige Unternehmen aus den Vereinigten Staaten und anderen Ländern erlaubt. Dabei geht es um Enteignungen von Immobilien und anderen Besitztümern nach der Revolution von 1959.

Die USA haben seit 1962 ein Wirtschaftsembargo gegen Kuba verhängt. Der frühere US-Präsident Barack Obama leitete allerdings eine historische Politik der Wiederannäherung gegenüber dem Karibikstaat - unter anderem mit Lockerung von Reiserestriktionen - ein, welche die Regierung seines Nachfolgers Trump inzwischen zu grossen Teilen rückgängig macht.

anf/afp

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