Trump und die manipulierte Hurrikan-Karte

Der US-Präsident legt sich mit Wetterstationen an und sorgt mit einer nachträglich geänderten Karte für Verwirrung.

Manipulation: Der US-Präsident präsentiert den Medien eine offensichtlich geänderte Hurrikan-Karte. (Video: Tamedia)

Der Hurrikan Dorian sorgt mittlerweile in den USA auch für politische Diskussionen. Der Grund liegt in der Leidenschaft des US-Präsidenten für soziale Medien: Donald Trump twitterte am letzten Sonntag, dass der Wirbelsturm auch den Bundesstaat Alabama sehr hart treffen könne.

Der amtliche Wetterdienst Alabamas mit Sitz in Birmingham sah das allerdings anders. Er reagierte nur 20 Minuten später nach Trumps Ankündigung auf Twitter: «Alabama wird keine Auswirkungen von Dorian spüren.»

Mehrere amerikanische Medien hatten an der Sturm-Verwirrung um Alabama ihre helle Freude. Der US-Präsident legte am Montag nach und bezeichnete die Berichte über seine angeblich falschen Aussagen als künstlich aufgeregt und unwahr.

Bei der mittwöchlichen Sitzung im Oval Office des Weissen Hauses präsentierte Trump seinem Hurrikan-Krisenstab eine offizielle Karte des Verlaufs von Dorian. Dabei hatte irgendjemand mit einem schwarzen Filzstift die Ausbreitung des Hurrikans vergrössert – so, dass auch der Bundesstaat Alabama miteinbezogen wurde.

Wer hat die Linie auf die Karte gekritzelt?

Die gewohnt kritischen Trump-Medien schrieben unter Berufung von anonymen Quellen, dass die Karte vom Präsidenten höchstpersönlich verändert worden war. Allerdings gibt es keine Bestätigung, dass dies auch so stattgefunden hat. Gleichentags erklärte Trump vor Journalisten, dass er nicht wisse, wie es zu der veränderten Karte gekommen sei. Gleichzeitig beharrte er auf seiner Aussage, dass eine frühere Prognose gezeigt habe, dass Alabama von Dorian ebenfalls betroffen sein werde. So sei es dann aber nicht gekommen, gestand Trump.

Der Wirbelsturm hörte offensichtlich nicht auf die Behauptungen des Präsidenten und liess Alabama in Ruhe. Die Grafiken des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami (Florida) zeigten stets, dass sich Dorian seinen Weg entlang der südöstlichen US-Küste bahnen würde und nicht in Richtung Alabama.

Trump beharrte aber auf seiner Meinung, wie er auch in einem Tweet vom späten Mittwochabend Lokalzeit beweisen wollte.

fal

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