Trump-Sohn gibt angeblichen Namen von Whistleblower bekannt

Trump juniors Tweet über die Ukraine-Affäre könnte den Genannten und seine Familie in Gefahr bringen.

Der von Donald Trump junior genannte Name kursiert bereits seit Wochen im Internet. (Archivbild) Foto: Eric Gay

Der von Donald Trump junior genannte Name kursiert bereits seit Wochen im Internet. (Archivbild) Foto: Eric Gay

(Bild: Keystone)

Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump hat die mutmassliche Identität des anonymen Informanten verbreitet, der die Ukraine-Affäre ins Rollen gebracht hatte. Demnach handelt es sich um einen Analysten des Auslandsgeheimdienstes CIA, wie aus einer Botschaft von Donald Trump junior auf Twitter hervorgeht. Er teilte dabei einen Artikel der rechtspopulistischen Nachrichtenseite Breitbart.

Der von dem Trump-Sohn genannte Name kursiert bereits seit Wochen im Internet. Durch den Tweet von Donald Trump junior wurde der Name nun erstmals aus dem unmittelbaren Umkreis des Präsidenten öffentlich verbreitet. In den US-Behörden gelten strikte Regeln, um die Identität von sogenannten Whistleblowern zu schützen, die über die dafür vorgesehenen offiziellen Kanäle über interne Missstände berichten.

Regierungsmitarbeiter in Gefahr

Der Anwalt Andrew Bakaj, der den Ukraine-Informanten vertritt, wollte sich nicht dazu äussern, ob der von dem Trump-Sohn genannte Name zutrifft oder nicht. Er sagte jedoch, dass der genannte Regierungsmitarbeiter und dessen Familie durch die Namensnennung in Gefahr gebracht würden. Bakaj hatte bereits in den vergangenen Wochen «ernsthafte Sorgen» um die Sicherheit seines Mandanten bekundet.

Trump versucht seit Wochen, die Glaubwürdigkeit des Informanten zu zerstören. Er unterstellt ihm parteipolitische Motive. «Es gibt keinen Whistleblower. Es gibt jemanden mit einer Agenda gegen Donald Trump», twitterte der Präsident erst am Montag.

Intern Alarm geschlagen

Der Whistleblower hatte intern Alarm wegen eines Telefongesprächs zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski vom 25. Juli geschlagen, das im Zentrum der Affäre steht. Demnach drängte Trump seinen ukrainischen Amtskollegen zu Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen früher für eine ukrainische Gasfirma tätigen Sohn.

Trumps durch keinerlei Belege gestützter Verdacht lautet, sein potenzieller Herausforderer bei der Wahl 2020 habe in seinem früheren Amt als US-Vizepräsident seinen Sohn vor ukrainischen Korruptionsermittlungen geschützt.

chk/sda

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