US-Repräsentantenhaus stimmt für Ende des «Shutdowns»

Ein von den Demokraten am Donnerstag vorgelegter Entwurf wurde mit der neuen demokratischen Mehrheit in der Kongresskammer angenommen.

«Nein. Nichts für die Mauer»: Die neue Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, leitete den 116. Kongress. Mit Amtsantritt übernahm sie den Hammer im US Capitol. AP Photo/Carolyn Kaster

«Nein. Nichts für die Mauer»: Die neue Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, leitete den 116. Kongress. Mit Amtsantritt übernahm sie den Hammer im US Capitol. AP Photo/Carolyn Kaster

Eine eher symbolische Abstimmung: Das US-Repräsentantenhaus hat für ein Ende der Haushaltssperre gestimmt. Ein von den Demokraten am Donnerstag vorgelegter Entwurf wurde mit der neuen demokratischen Mehrheit in der Kongresskammer angenommen. Um in Kraft zu treten, müsste es jedoch noch den von den Republikanern dominierten Senat passieren. Zudem hatte US-Präsident Donald Trump dem Entwurf bereits im Vorhinein eine Absage, weil er kein Geld für die von ihm geforderte Mauer an der Grenze zu Mexiko enthält.

Das Budgetbüro des Weissen Hauses teilte mit, sollte der Entwurf dem Präsidenten vorgelegt werden, «würden seine Berater dazu raten, dass er ein Veto gegen das Gesetz einlegt». Ein Ende des «Shutdowns» ist damit weiterhin nicht absehbar, zudem Trumps Republikaner im Senat weiterhin die Mehrheit haben. Auch die zweite Kammer des Kongresses - dem US-Parlament - müsste dem Budgetentwurf zustimmen. Seit fast zwei Wochen legt der Haushaltsstreit Teile der US-Regierung lahm.

«Nichts für die Mauer»

Mit dem Entwurf der Demokraten würde die Finanzierung von acht der neun vom «Shutdown» betroffenen Ministerien bis zum Ende des Finanzjahres am 30. September sichergestellt. Das Heimatschutzministerium - in dessen Aufgabengebiet die Grenzsicherung fällt - wäre lediglich bis zum 8. Februar finanziert. Die Demokraten argumentieren, damit bliebe ein guter Monat, den Streit zu lösen, während die vollständige Regierung wieder arbeitsfähig wäre.

Trump fordert mehr als fünf Milliarden Dollar für den Bau einer Grenzmauer in dem Gesetz - andernfalls werde er seine notwendige Unterschrift verweigern, kündigte er an. Ein Spitzentreffen am Mittwoch hatte nicht zu einem Durchbruch geführt. Die neue Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, hatte in einem Interview des Senders NBC vor ihrer Amtsübernahme erklärt: «Nein. Nichts für die Mauer.»

Am Freitag geht der Streit in eine neue Runde: Trump hat Spitzenvertreter der Demokraten und seiner Republikaner ins Weisse Haus eingeladen, um nach einer Lösung zu suchen. Wegen der Haushaltssperre sind Hunderttausende Regierungsbedienstete im Zwangsurlaub oder müssen vorerst ohne Gehalt arbeiten.

Trump bedient sich erneut bei «Game of Thrones»

Trump hat sich im Streit um die Mauer erneut auf die Erfolgsserie «Game of Thrones» angespielt. «THE WALL IS COMING» schrieb Trump am Donnerstag beim Onlinenetzwerk Instagram.

Unter seinem Konterfei prangt auf dem Bild der Schriftzug, mit dem an den Serientitel angelehnten Doppelstrich durch das «O», darunter ein Bild der von Trump geplanten Grenzbarriere.

Das Originalzitat in der Serie lautet: «Winter is coming». Trump nutzt Onlinemedien sowie Anspielungen auf Filme und Serien immer wieder, um seine Politik zu bewerben oder Massnahmen anzukündigen. Dabei bediente er sich auch bereits des «GoT»-Zitats: Im November veröffentlichte er ein Foto im Stil eines Filmplakats von sich mit der Ankündigung «Die Sanktionen kommen». Gemeint waren damit neue Sanktionen gegen den Iran im Atomkonflikt. Der Sender HBO, der «Game of Thrones» ausstrahlt, war davon wenig begeistert.

sda

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