Zum Hauptinhalt springen

USA bringen Nordkoreas Raketentest vor den Sicherheitsrat

Nordkorea hat den erneuten Abschuss einer Mittel- bis Langstreckenrakete bestätigt. Die USA wollen rasch und entschlossen reagieren.

Meister der Provokation: Nordkoreas Staatsführer Kim Jong-un auf einem Fernsehbildschirm in Seoul. (6. Januar 2017)
Meister der Provokation: Nordkoreas Staatsführer Kim Jong-un auf einem Fernsehbildschirm in Seoul. (6. Januar 2017)
Ahn Young-joon/AP, Keystone

Nach dem neuerlichen nordkoreanischen Raketentest berät am Montag der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung über den Vorgang. Die USA, Japan und Südkorea hatten das Treffen gefordert. Zuvor hatte Pyongyang nach eigenen Angaben eine ballistische Boden-Boden-Mittelstreckenrakete vom Typ Pukgukson-2 «erfolgreich» getestet.

Die amtierende ukrainische Ratspräsidentschaft bestätigte, dass das Treffen des UN-Sicherheitsrates am Montag stattfinden werde. Das Gremium werde voraussichtlich um 17 Uhr (Ortszeit, 23 Uhr MEZ) zusammenkommen.

Festbrennstoff mit kürzerer Betankung

Nordkorea hatte den neuerlichen Test zuvor bestätigt. Der Test sei «erfolgreich» verlaufen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un äusserte demnach «grosse Zufriedenheit über den Besitz eines weiteren starken Mittels zur nuklearen Attacke, das zu der gewaltigen Macht des Landes beiträgt». KCNA veröffentlichte Fotos vom Abschuss und von Kim, der im Kreis von Experten lächelnd die Vorgänge im Kommandostand verfolgt.

Das Geschoss wurde nach Angaben der südkoreanischen Regierung am Sonntagmorgen von einem Stützpunkt im Westen des Landes ins Japanische Meer abgefeuert. Die Rakete flog etwa 500 Kilometer weit und fiel dann ins Meer, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul sagte.

Laut KCNA wird der Raketenantrieb mit Festbrennstoff versorgt — was laut Yun Duk Min vom staatlichen Institut für Aussen- und Sicherheitspolitik in Seoul eine deutlich kürzere Betankung als mit Flüssigbrennstoff ermöglicht. Dadurch werde die Vorwarnzeit stark verkürzt, was die Rakete zu einer grösseren Bedrohung mache.

Wie reagiert Trump?

Es war der erste Abschuss einer nordkoreanischen Rakete seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Trump, Japans Regierungschef Shinzo Abe und Südkoreas amtierender Präsident Hwang Kyo Ahn verurteilten den Raketentest scharf. Abe nannte den Raketentest «vollkommen unerträglich».

Trump sagte Japan erneut die uneingeschränkte Unterstützung der USA zu. «Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen hinter Japan, ihrem grossen Verbündeten, zu hundert Prozent», sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Abe in Florida.

Aussicht auf Interkontinentalrakete, oder nicht?

Der amtierende südkoreanische Präsident Hwang, der seit der Suspendierung von Staatschefin Park Geun Hye deren Amtsgeschäfte führt, erklärte, Nordkorea werde für den Raketentest eine «entsprechende Strafe» erhalten. Das südkoreanische Verteidigungsministerium bezeichnete den Test als eine «Provokation».

Nordkoreas Machthaber Kim hatte in seiner Neujahrsansprache erklärt, sein Land stehe kurz vor dem Test einer Interkontinentalrakete, die auch Teile der USA erreichen könne. Das US-Verteidigungsministerium warnte den isolierten Staat daraufhin eindringlich vor neuerlichen Provokationen.

Trump hatte kurz nach Kims Ankündigung erklärt, er glaube nicht daran, dass nordkoreanische Raketen jemals die USA erreichen könnten. Das werde «nicht passieren», schrieb er im Onlinedienst Twitter.

Der neue US-Verteidigungsminister James Mattis erklärte Anfang Februar bei einem Besuch in Seoul, jeder Einsatz von Atomwaffen durch Nordkorea würde eine «wirksame und überwältigende» Antwort der USA nach sich ziehen.

Experten uneinig

Nordkorea hatte im vergangenen Jahr mit zwei Atomwaffentests und einer Reihe von Raketentests die Weltgemeinschaft provoziert. Pyongyang verstiess damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Südkorea vermutet, dass Nordkorea mit den Raketentests die Entwicklung ballistischer Interkontinentalraketen vorantreiben will, die mit Atomsprengköpfen bestückt die USA erreichen könnten.

Experten sind aber geteilter Meinung darüber, wie nah Nordkorea an der Verwirklichung seiner atomaren Ziele ist, vor allem weil es bislang nie erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet hat. Nach US-Angaben ist das Land inzwischen in der Lage, Mittelstreckenraketen mit atomaren Sprengköpfen zu bestücken und abzufeuern.

AFP/mch/chi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch