USA stationieren 3000 Soldaten in Saudiarabien

Auf Anfrage des saudischen Kronprinzen schickt US-Präsident Trump mehr Truppen ins Königreich. Ursprünglich war die Entsendung von 200 Soldaten geplant.

Soldaten warten darauf, in ein Militärflugzeug steigen zu können. (Symbolbild) Foto: Reuters

Soldaten warten darauf, in ein Militärflugzeug steigen zu können. (Symbolbild) Foto: Reuters

Die USA weiten vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran ihre Truppenpräsenz in Saudiarabien deutlich aus. Insgesamt würden 3000 zusätzliche Soldaten in dem Königreich stationiert, teilte Verteidigungsminister Mark Esper am Freitag mit.

Die USA kommen damit nach eigenen Angaben einer Anfrage des saudiarabischen Kronprinzen und Verteidigungsministers Muhammad bin Salman nach.

Die Truppen sollten das Land vor möglichen «weiteren iranischen Aggressionen» schützen, sagte Esper. Die USA und Saudiarabien machen den Iran für die Luftangriffe auf zwei saudiarabische Ölanlagen von Mitte September verantwortlich. Teheran bestreitet aber jegliche Verantwortung für die Attacken. Zu den Angriffen bekannt hatten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Jemen, die vom Iran unterstützt werden.

Als Reaktion auf die Luftangriffe hatte das US-Verteidigungsministerium bereits Ende September die Entsendung von 200 weiteren Soldaten nach Saudiarabien angekündigt. Diese 200 sind in der jetzt genannten Gesamtzahl von 3000 zusätzlichen Soldaten enthalten.

Ölproduktion eingebrochen

Die Luftangriffe von Mitte September hatten die saudiarabische Ölproduktion zeitweise einbrechen und den globalen Ölpreis steigen lassen. US-Präsident Donald Trump reagierte auf die Attacken anfänglich mit martialischer Rhetorik. Sein Land stehe mit «geladener» Waffe bereit, erklärte er damals. Schon wenig später sagte Trump dann aber, er wolle einen militärischen Konflikt mit dem Iran möglichst vermeiden.

Das Pentagon erklärte nun zu der Stationierung der 3000 Soldaten, die USA suchten nicht «den Konflikt» mit dem Iran. Doch wollten die Vereinigten Staaten eine «robuste» Militärpräsenz in der Region haben, um auf «jegliche Krise» reagieren zu können, betonte Ministeriumssprecher Jonathan Hoffman.

Bereits vor den Luftangriffen von Mitte September waren rund 500 US-Soldaten in Saudiarabien stationiert. Sie wurden im Sommer als Teil einer Truppenverstärkung im Nahen Osten dorthin verlegt, welche das Pentagon als Reaktion auf mehrere Angriffe auf Öltanker im Golf von Oman sowie den Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch eine iranische Rakete angeordnet hatte. Zuvor waren seit 2003 keine US-Truppen in Saudiarabien stationiert gewesen.

sda

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