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Firmen kehren Waffenlobby den Rücken

Mehrere grosse Unternehmen haben ihre Beziehung zur National Rifle Association für beendet erklärt. Auslöser ist der jüngste Amoklauf an einer Schule in Florida.

roy/chk
Zahlreiche Firmen beenden ihre Zusammenarbeit mit der US-Waffenlobby.
Zahlreiche Firmen beenden ihre Zusammenarbeit mit der US-Waffenlobby.
Seth Perlman/AP, Keystone
Ein Hilfspolizist war während dem Amoklauf von Parkland bewaffnet, versuchte jedoch nicht, den Todesschützen aufzuhalten.
Ein Hilfspolizist war während dem Amoklauf von Parkland bewaffnet, versuchte jedoch nicht, den Todesschützen aufzuhalten.
Wilfredo Lee/AP, Keystone
Er wurde vom Dienst suspendiert.
Er wurde vom Dienst suspendiert.
Mike Stocker/South Florida Sun-Sentinel/AP, Keystone
Überall um die Marjory Stoneman Douglas High School hängen Plakate. (23. Februar 2018)
Überall um die Marjory Stoneman Douglas High School hängen Plakate. (23. Februar 2018)
PlakateJoe Raedle, AFP
Rund um die Highschool haben trauernde Menschen Blumen und Briefe angebracht. (21. Februar 2018)
Rund um die Highschool haben trauernde Menschen Blumen und Briefe angebracht. (21. Februar 2018)
Rhona Wise, AFP
An einem Zaun vor der Schule in Parkland hängen Herzen mit den Namen der Opfer. (21. Februar 2018)
An einem Zaun vor der Schule in Parkland hängen Herzen mit den Namen der Opfer. (21. Februar 2018)
Rhona Wise, AFP
US-Präsident Trump leitet ein Verbot von Dauerfeuer-Vorrichtungen bei Schusswaffen ein.
US-Präsident Trump leitet ein Verbot von Dauerfeuer-Vorrichtungen bei Schusswaffen ein.
Allen G. Breed/AP, Keystone
PARKLAND, FL - FEBRUARY 23: A sign is seen on the fence around Marjory Stoneman Douglas High School in front of the freshman dorm where a mass shooting took place on campus on February 23, 2018 in Parkland, Florida. Police arrested 19-year-old former student Nikolas Cruz for killing 17 people at the high school.   Joe Raedle/Getty Images/AFP== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==
PARKLAND, FL - FEBRUARY 23: A sign is seen on the fence around Marjory Stoneman Douglas High School in front of the freshman dorm where a mass shooting took place on campus on February 23, 2018 in Parkland, Florida. Police arrested 19-year-old former student Nikolas Cruz for killing 17 people at the high school. Joe Raedle/Getty Images/AFP== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==
Keystone
Police watch the entrance of a parking lot at Marjory Stoneman Douglas High School on Friday, Feb. 23, 2018 in Parkland, Fla. Teachers and administrators returned for the first time  since the Valentine's Day shooting that killed several people.   (Mike Stocker/South Florida Sun-Sentinel via AP)
Police watch the entrance of a parking lot at Marjory Stoneman Douglas High School on Friday, Feb. 23, 2018 in Parkland, Fla. Teachers and administrators returned for the first time since the Valentine's Day shooting that killed several people. (Mike Stocker/South Florida Sun-Sentinel via AP)
Keystone
Emotionale Rede: Die Schülerin Emma Gonzalez machte bei einer Anti-Waffen-Demonstration in Fort Lauderdale ihrer Wut über den Einfluss der US-Waffenlobby NRA auf die Politik und kritisierte Donald Trump direkt. (17. Februar 2018)
Emotionale Rede: Die Schülerin Emma Gonzalez machte bei einer Anti-Waffen-Demonstration in Fort Lauderdale ihrer Wut über den Einfluss der US-Waffenlobby NRA auf die Politik und kritisierte Donald Trump direkt. (17. Februar 2018)
Rhona Wise, AFP
Hunderte Schüler, Lehrer und Vertreter mehrerer Gemeinden sind an der Kundgebung auf die Strasse gegangen, um für schärfere Waffengesetze zu demonstrieren.
Hunderte Schüler, Lehrer und Vertreter mehrerer Gemeinden sind an der Kundgebung auf die Strasse gegangen, um für schärfere Waffengesetze zu demonstrieren.
Joe Raedle/Getty
Trauer in Parkland: Schüler versammeln sich zu einem Gedenkanlass. (15. Februar 2018)
Trauer in Parkland: Schüler versammeln sich zu einem Gedenkanlass. (15. Februar 2018)
Keystone
Nach der Tat ging der Schütze in ein Fastfood-Restaurant: Zwei Betroffene trauern an einem Kreuz. (15. Februar 2018)
Nach der Tat ging der Schütze in ein Fastfood-Restaurant: Zwei Betroffene trauern an einem Kreuz. (15. Februar 2018)
Gerald Herbert/AP, Keystone
Die Flaggen im ganzen Land standen am Donnerstag auf Halbmast.
Die Flaggen im ganzen Land standen am Donnerstag auf Halbmast.
Saul Loeb, AFP
Trump lässt sich im Weissen Haus über den Stand der Ermittlungen unterrichten.
Trump lässt sich im Weissen Haus über den Stand der Ermittlungen unterrichten.
Carolyn Kaster/AP, Keystone
Der 19-jährige mutmassliche Schütze Nikolas C. wird in Fort Lauderdale, Florida der Richterin vorgeführt. (15. Februar 2018)
Der 19-jährige mutmassliche Schütze Nikolas C. wird in Fort Lauderdale, Florida der Richterin vorgeführt. (15. Februar 2018)
Susan Stocker/South Florida Sun-Sentinel, Keystone
Der Angeklagte mit Anwältin Melisa McNeille (rechts) treten vor den Richter.
Der Angeklagte mit Anwältin Melisa McNeille (rechts) treten vor den Richter.
Susan Stocker/South Florida Sun-Sentinel, Keystone
Der Anführer der Nationalisten-Organisation «Republic of Florida» sagt, der 19-jährige Schütze sei Mitglied in seiner Gruppierung. Auf Instagram trägt der Täter eine Trump-Mütze mit der Aufschrift «Make America Great Again».
Der Anführer der Nationalisten-Organisation «Republic of Florida» sagt, der 19-jährige Schütze sei Mitglied in seiner Gruppierung. Auf Instagram trägt der Täter eine Trump-Mütze mit der Aufschrift «Make America Great Again».
Keystone
Der Schütze soll laut Aussagen eines Schülers viel über Waffen gesprochen haben. Spezialeinheiten der Polizei patrouillieren vor dem Haupteingang der Schule. (14. Februar 2018)
Der Schütze soll laut Aussagen eines Schülers viel über Waffen gesprochen haben. Spezialeinheiten der Polizei patrouillieren vor dem Haupteingang der Schule. (14. Februar 2018)
Cristobal Herrera/EPA, Keystone
Bei den Überlebenden herrscht Fassungslosigkeit: Menschen vor einem Hotel, in das man die Schüler nach der Schiesserei gebracht hat. (14. Februar 2018)
Bei den Überlebenden herrscht Fassungslosigkeit: Menschen vor einem Hotel, in das man die Schüler nach der Schiesserei gebracht hat. (14. Februar 2018)
Mark Wilson, AFP
Die 17-jährige Schülerin Alexa Miednik erzählt von ihrer unheimlichen Begegnung mit dem Schützen auf dem Flur des Schulhauses.
Die 17-jährige Schülerin Alexa Miednik erzählt von ihrer unheimlichen Begegnung mit dem Schützen auf dem Flur des Schulhauses.
Screenshot Twitter
«Alle haben es vorausgesagt»: Laut diesem Schüler seien Scherze gemacht worden, dass der mutmassliche Täter eines Tages an der Schule ein Blutbad anrichten würde.
«Alle haben es vorausgesagt»: Laut diesem Schüler seien Scherze gemacht worden, dass der mutmassliche Täter eines Tages an der Schule ein Blutbad anrichten würde.
Screenshot Twitter
Soll sich vor seine Gruppe von Schülern gestellt haben und dabei von Schüssen getroffen worden sein: Der Football-Coach Aaron Feis.
Soll sich vor seine Gruppe von Schülern gestellt haben und dabei von Schüssen getroffen worden sein: Der Football-Coach Aaron Feis.
Instagram
Erschütternde Szenen vor der Schule: Eltern warten auf Neuigkeiten von ihren Kindern.
Erschütternde Szenen vor der Schule: Eltern warten auf Neuigkeiten von ihren Kindern.
Joel Auerbach, Keystone
Der Täter lässt sich von der Polizei widerstandslos festnehmen.
Der Täter lässt sich von der Polizei widerstandslos festnehmen.
WPLG-TV, Keystone
Rick Scott, der Gouverneur von Florida, spricht mit den Medienvertretern.
Rick Scott, der Gouverneur von Florida, spricht mit den Medienvertretern.
Wilfredo Lee, Keystone
Die Schüler müssen beim Verlassen der Schule ihre Hände zeigen. (14. Februar 2018)
Die Schüler müssen beim Verlassen der Schule ihre Hände zeigen. (14. Februar 2018)
Joe Raedle/Getty Images, AFP
Ein 19-jähriger ehemaliger Schüler hat um sich geschossen: Spezialeinheiten vor der Schule.
Ein 19-jähriger ehemaliger Schüler hat um sich geschossen: Spezialeinheiten vor der Schule.
Cristobal Herrera, Keystone
Schüler der Stoneman Douglas High School werden von Sicherheitskräften evakuiert. (14. Februar 2018)
Schüler der Stoneman Douglas High School werden von Sicherheitskräften evakuiert. (14. Februar 2018)
WPLG-TV / AP, Keystone
Schüler und Lehrer verlassen die Stoneman High School in Florida. (14. Februar 2018)
Schüler und Lehrer verlassen die Stoneman High School in Florida. (14. Februar 2018)
Michele Eve Sandberg, AFP
Über 3000 Schüler befanden sich zum Zeitpunkt der Schiesserei in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland.
Über 3000 Schüler befanden sich zum Zeitpunkt der Schiesserei in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland.
Joe Raedle, Keystone
Eltern und Schüler spenden sich gegenseitig Trost.
Eltern und Schüler spenden sich gegenseitig Trost.
Amy Beth Bennett, Keystone
Ein Polizist informiert unter einer Autobahnbrücke.
Ein Polizist informiert unter einer Autobahnbrücke.
Amy Beth Bennett, Keystone
Unter den Todesopfern hat es Schüler und Erwachsene: Sanitäter helfen einer verletzten Frau.
Unter den Todesopfern hat es Schüler und Erwachsene: Sanitäter helfen einer verletzten Frau.
Giorgio Viera, Keystone
Der mutmassliche Täter galt als Risiko: Ein Schüler steht mit seinem Telefon neben einem Polizisten.
Der mutmassliche Täter galt als Risiko: Ein Schüler steht mit seinem Telefon neben einem Polizisten.
Giorgio Viera, Keystone
Drei der zahlreichen Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand.
Drei der zahlreichen Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand.
Michele Eve Sandberg, AFP
Die Ärzte informieren vor dem Spital die Medien.
Die Ärzte informieren vor dem Spital die Medien.
Michele Eve Sandberg, AFP
Die Schüler müssen ihre Hände zeigen.
Die Schüler müssen ihre Hände zeigen.
WPLG-TV / AP, Keystone
Nach ersten Informationen wurden mindestens 20 Personen verwundet.
Nach ersten Informationen wurden mindestens 20 Personen verwundet.
WPLG-TV / AP, Keystone
Anxious family members watch a rescue vehicle pass by, Wednesday, Feb. 14, 2018, in Parkland, Fla. A shooting at Marjory Stoneman Douglas High School school sent students rushing into the streets as SWAT team members swarmed in and locked down the building. (AP Photo/Wilfredo Lee)
Anxious family members watch a rescue vehicle pass by, Wednesday, Feb. 14, 2018, in Parkland, Fla. A shooting at Marjory Stoneman Douglas High School school sent students rushing into the streets as SWAT team members swarmed in and locked down the building. (AP Photo/Wilfredo Lee)
Wilfredo Lee/AP, Keystone
Ein Opfer wird wegtransportiert.
Ein Opfer wird wegtransportiert.
Wilfredo Lee/AP, Keystone
Verzweifelte Angehörige stehen in der Nähe der Schule.
Verzweifelte Angehörige stehen in der Nähe der Schule.
Wilfredo Lee/AP, Keystone
Familienangehörige stehen voller Angst vor einem Feuerwehrwagen.
Familienangehörige stehen voller Angst vor einem Feuerwehrwagen.
Keystone
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Die NRA ist ein Riese in den USA, gegen den keiner so leicht protestiert. Aber nach dem Parkland-Schulmassaker bekommt die mächtige Waffenlobby Gegenwind zu spüren. Heisst das, es ändert sich jetzt wirklich etwas?

Im Streit um schärfere Waffengesetze nach dem Schulmassaker in Florida kappen jetzt US-Firmen ihre Verbindungen zur mächtigen Waffenlobby NRA (kurz für National Rifle Association). Eine Reihe von Unternehmen teilte mit, dass sie Vergünstigungen für Mitglieder der Organisation streichen. Dazu zählen die Fluggesellschaften United und Delta Airlines. Beide forderten die NRA am Samstag via Twitter auf, die Rabattangebote von ihrer Webseite zu nehmen.

Auch Floridas republikanischer Gouverneur Rick Scott, ein langjähriges gefeiertes NRA-Mitglied, bietet der Organisation nun Paroli. In einem Bruch mit seiner bisherigen eigenen Linie und dem Kurs der NRA legte er am Freitag ein Bündel von Massnahmen für striktere Regeln vor. Es geht zwar nicht so weit, wie viele Verfechter einer schärferen Waffenkontrolle fordern. Aber bei einer Umsetzung wären es die weitreichendsten Schritte im traditionell besonders waffenfreundlichen Florida seit Jahrzehnten.

Protest in Sozialen Medien

Die Firmen gingen nach einer Welle von Boykottaufrufen in den sozialen Medien auf Distanz zur NRA. Auch Überlebende des jüngsten Schulmassakers in Parkland im US-Staat Florida mit 17 Toten schlossen sich der Forderung unter dem Hashtag #BoykottNRA an.

Seit dem Blutbad, das ein 19-Jähriger mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 in der High School anrichtete, ist in den USA eine neue heftige Debatte über die laschen Waffengesetze entbrannt. Schüler mit ihren Eltern und Lehrer der betroffenen Schule haben sich an die Spitze einer Bewegung gestellt, die Verschärfungen verlangen. Dazu zählt ein generelles Verbot von Sturmgewehr-Verkäufen an Zivilisten. Die NRA, die fünf Millionen Mitglieder hat, sperrt sich gegen jede Verschärfung.

Unter dem Druck der Proteste von Verbrauchern entschlossen sich nun in einer Kettenreaktion gleich mehrere Unternehmen, ihre Verbindung zur NRA zu lösen. So strichen unter anderem die Autoverleiher Hertz und Enterprise, der Versicherungsriese MetLife, die Internet-Sicherheitsfirma Symantec und mehrere Hotelketten bisherige Vergünstigungen.

Bereits am Donnerstag hatte die First National Bank im US-Staat Omaha angekündigt, eine NRA-Kreditkarte nicht weiter herauszugeben. Der Grund seien Rückmeldungen von Kunden gewesen, begründete die Bank ihren Schritt.

Ausnutzen von Tragödien?

Die NRA sieht in jeder Verschärfung geltender Gesetze eine Verletzung des in der US-Verfassung verankerten Grundrechts auf Waffenbesitz. Befürworter von strengeren Kontrollen würden Tragödien wie Parkland ausnutzen, sagte NRA-Chef Wayne LaPierre am Donnerstag auf dem Jahrestreffen der konservativen Organisation CPAC.

Er wehrt sich auch gegen Änderungen, die US-Präsident Donald Trump – ein ausgesprochener NRA-Unterstützer – vorgeschlagen hat und die hinter den Forderungen der Parkland-Protestierer zurückbleiben. Dazu zählen schärfere Sicherheitsprüfungen von Käufern, eine Erhöhung des Mindestalters von 18 auf 21 Jahren für den Erwerb von Sturmgewehren und ein Verbot von Schnellfeuerkolben. Trump ist ausserdem für eine Bewaffnung von bestimmten Lehrern – ein überaus umstrittener Vorschlag, den auch die NRA befürwortet.

Inzwischen ist es zunehmend möglich, dass der US-Kongress trotz seiner republikanischen Mehrheit zumindest kleinere Änderungen beschliessen wird. Floridas Gouverneur Scott will aber bereits jetzt handeln und am Montag im staatlichen Kongress einen Gesetzentwurf einbringen, der unter anderem das Alter für Gewehrkäufe in seinem Staat auf 21 heraufsetzt. Auch will er eine Reihe von strikteren Regeln, die es verhindern, dass psychische Kranke in den Besitz einer Schusswaffe kommen.

Er stehe zwar zu seiner NRA-Mitgliedschaft und zum Recht auf Waffenbesitz, sagte Scott am Freitag. «Aber ich bin auch ein Vater und ein Grossvater und ein Gouverneur. Wir alle haben eine schwierige Aufgabe vor uns, unsere individuellen Rechte und unseren offensichtlichen Bedarf an öffentlicher Sicherheit gegeneinander abzuwägen.»

(SDA)

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