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Versöhnlicher Ton zwischen Trump und «Anti-Trump»

Donald Trump und Justin Trudeau haben sich erstmals getroffen. Zu einem Eklat in Wirtschaftsfragen ist es nicht gekommen.

Nähe und Einigkeit bei ihrem ersten Treffen: Donald Trump (r.) begrüsst Kanadas Premier Justin Trudeau. (13. Februar 2017)
Nähe und Einigkeit bei ihrem ersten Treffen: Donald Trump (r.) begrüsst Kanadas Premier Justin Trudeau. (13. Februar 2017)
Kevin Dietsch-Pool/Getty Ima.
Herzliche Begrüssung bei der Premiere im Weissen Haus.
Herzliche Begrüssung bei der Premiere im Weissen Haus.
AP/Andrew Harnik, Keystone
Bei der Fragerunde mit den Medien werden die differenzierten politischen Meinungen der beiden Politiker offensichtlich.
Bei der Fragerunde mit den Medien werden die differenzierten politischen Meinungen der beiden Politiker offensichtlich.
Pablo Martinez Monsivais (AP), Keystone
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Der kanadische Premierminister Justin Trudeau und US-Präsident Donald Trump haben bei ihrem ersten persönlichen Treffen im Weissen Haus die Wichtigkeit ihrer wirtschaftlichen Beziehungen betont. In einer gemeinsamen Erklärung versprachen sie am Montag, rastlos das Wirtschafts- und Jobwachstum in beiden Länder zu fördern.

Für Kanada sind die USA der wichtigste Handelspartner. Mit entsprechend viel Unbehagen nahm der nördliche Nachbar deshalb auf, dass Trump das gemeinsame Freihandelsabkommen Nafta in Frage stellte. Doch der Ton am Montag in Washington ist versöhnlich.

Der bilaterale Handel ist ein besonders heikles Thema, weil die USA Kanadas wichtigster Handelspartner sind und Trump sich eine protektionistische Politik auf die Fahnen geschrieben hat. Ausserdem wurde in Kanada auch mit Sorge beobachtet, dass Trump das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta mit Mexiko neu aushandeln will. Als dritter Staat ist Kanada teil dieses Abkommens, das seit 1994 in Kraft ist.

Tocher Ivanka sass am runden Tisch mit

In der Erklärung verwiesen Trump und Trudeau dann aber auch auf die Wichtigkeit Kanadas für die USA. «Kanada ist der wichtigste ausländische Markt für 35 US-Staaten, und mehr als zwei Milliarden Dollar an bilateralem Handel fliessen täglich über unsere gemeinsame Grenze», hiess es darin.

Vor ihrem Vier-Augen-Gespräch präsentierten beide zudem eine neue Initiative für die Besserstellung von Frauen in der Arbeitswelt. Der US-Präsident sagte, es sei wichtig, dass Frauen arbeiten und vorankommen könnten. Trudeau betonte, dass die neue Arbeitsgruppe Frauen helfen solle, die Barrieren in der Geschäftswelt zu überwinden. Anwesend bei dem Runden Tisch war auch Trumps Tochter Ivanka, die dazu Führungskräfte aus kanadischen und US-Unternehmen eingeladen hatte – ein Zeichen für ihren Einfluss auf die Politik ihres Vaters.

Zwischen dem 45-jährigen Trudeau und dem 70-jährigen Trump liegt nicht nur ein Altersunterschied von 25 Jahren. Beide unterscheiden sich auch deutlich in ihrer Weltanschauung. Der Kanadier ist ein Liberaler und Verfechter des freien Handels und hat 50 Prozent Frauen in sein Kabinett berufen. In Trumps Regierung gibt es nur wenige Frauen und er predigt mit seinem Slogan «Amerika zuerst» Protektionismus und eine harte Einwanderungspolitik.

Unterschiedliche Ansichten vor den Medien

Und dies wurde auch in der gemeinsamen Pressekonferenz deutlich. Als Antwort auf eine Frage eines Reporters verteidigte Trump seine Anordnungen in der Flüchtlings- und Migrationspolitik. «Wir können nicht die falschen Leute reinkommen lassen», so Trump. Trudeau sagte, Kanada werde hingegen eine «Politik der Offenheit» verfolgen.

Für Kanada sind die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA entscheidend. Mehr als 75 der kanadischen Exporte gehen ins Nachbarland. Umgekehrt sind es 18 Prozent.

AP/fal

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