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Diese kugelsichere Weste schützt den Fox-Reporter nicht vor Spott

Lawrence Jones muss gerade viel einstecken. Sein Outfit wäre passend für Ostsyrien, nicht aber für die südliche Grenze der USA, kritisieren seine Kollegen.

Liess eine Stadt zur Grenze zu Mexiko gefährlicher aussehen, als sie ist: Fox-Reporter Lawrence Jones. (Screenshot Twitter)
Liess eine Stadt zur Grenze zu Mexiko gefährlicher aussehen, als sie ist: Fox-Reporter Lawrence Jones. (Screenshot Twitter)

Am letzten Mittwoch erstattete Lawrence Jones für eine Sendung auf Fox News Bericht über die Situation im Süden der USA. Genauer aus Laredo, einer Stadt im Bundesstaat Texas, die laut Statistiken und im Vergleich mit anderen Grenzstädten eine geringe Kriminalitätsrate besitzt.

Jones sprach mit Beamten der Grenzschutzbehörde über Drogenschmuggel und Festnahmen von illegalen Einwanderern. Ein Grossteil der Interviews fand in den Büros der Beamten statt. Doch es gab auch Aussenaufnahmen.

Mit ernstem Blick und einer kleinen kugelsicheren Weste schilderte Jones seine Eindrücke von der Situation an der Grenze zu Mexiko, nachdem US-Präsident Donald Trump diese Woche erneut mit der Schliessung derselben gedroht hatte.

Spott der Kollegen

Am Donnerstag postete Jones auf Twitter ein Bild von sich, auf dem er eine blaue Jeans, ein schwarzes T-Shirt und erneut diese kugelsichere Weste trägt. Das rief seine Berufskolleginnen und -kollegen auf den Plan, die auch schon von der Grenze berichtet hatten.

Sie habe während zweier Jahre von der Grenze berichtet, alle möglichen Leute interviewt, jedoch nie eine kugelsichere Weste getragen, tweetete die Lokalreporterin Claudia Tristan.

Jones’ Outfit sei lächerlich, twitterte MSNBC-Korrespondent Jacob Soboroff. Die Grenze sei kein Kriegsgebiet, schrieb er weiter.

Sie berichte von der Grenze ohne kugelsichere Weste, dafür ausgestattet mit Haarspray, twitterte Lisa Guerrero. Selbst Spürhunde trügen keine kugelsicheren Westen, spottete die Journalistin weiter. Immerhin sei Jones gut gegen Mücken geschützt, fügte sie hinzu.

Der in Texas geborene Journalist Roland Martin warf die Frage auf, ob Jones mit dem Vortäuschen einer gefährlichen Situation an der Grenze seinen Lohn aufbessern würde.

Auch die Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez äusserte sich: Fox lässt die Grenze gefährlicher aussehen, als sie ist.

Andere User wiesen darauf hin, dass die Weste für Jones nicht die richtige Grösse zu haben schien. Er solle beim nächsten Mal eine in der Erwachsenen-Abteilung kaufen, meinte Sportjournalist Benjamin Albright.

Und dann kam noch Photoshop hinzu

Jones reagierte entnervt auf die Tweets. Er liess seine Spötter wissen, dass die Grenzschutzbehörde ihn angewiesen habe, eine Weste zu tragen, er habe auch nie behauptet, er sei in einem Kriegsgebiet. Dennoch hat er während seines mehrtägigen Besuchs aufgerüstet.

Das Ende seiner Reportage verkaufte er als «Breaking News»: «Wir haben gerade eine Nachricht erhalten: Es gibt einen Versuch, die Grenze zu überqueren.» Jones trug dabei eine grössere Weste. Sicher ist sicher.

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