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Wahlen mitten im Drogenkrieg

Nach einem blutigen Wahlkampf finden sind die Bürger heute in mehreren mexikanischen Bundesstaaten an die Urnen gerufen. Die Menschen fürchten sich vor Gewalt in den Wahllokalen.

Stimmabgabe unter Polizeischutz: Wahllokal im Staat Tamaulipas am Sonntag.
Stimmabgabe unter Polizeischutz: Wahllokal im Staat Tamaulipas am Sonntag.

Überschattet von einem äusserst blutigen Wahlkampf haben am Sonntag in rund der Hälfte der mexikanischen Bundesstaaten Gouverneurs- und Kommunalwahlen stattgefunden. Der Urnengang galt auch als Test für Präsident Felipe Calderón und dessen Kampf gegen den Drogenkrieg.

Insgesamt wurden in zwölf der 31 Bundesstaaten neue Gouverneure gewählt, in 14 Staaten standen Regional- und Kommunalwahlen an. Die Wahllokale sollten um 18 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ) schliessen, erste Teilergebnisse sollten eine Stunde später vorliegen.

Die Wahlbeteiligung drohte angesichts der eskalierenden Gewalt zwischen den Drogenkartellen niedrig auszufallen. Nach Informationen der Tageszeitung «La Reforma» traten vor dem Urnengang mehr als 550 Wahlhelfer aus Angst vor der Gewalt zurück.

Ruhiger Beginn

Im Bundesstaat Tamaulipas an der Grenze zu den USA, wo im Vorfeld der Wahl unter anderen der Favorit für den Gouverneursposten umgebracht worden war, verlief der Wahlgang zunächst ohne Zwischenfälle, wie die örtliche Wahlbehörde mitteilte.

«Wir sind ein bisschen beunruhigt, aber wir müssen einfach wählen gehen, denn es ist unsere einzige Waffe für die Zukunft», sagte Pedro Esparza, ein Fabrikarbeiter in der Stadt Nuevo Laredo in Tamaulipas an der Grenze zu den USA.

Probe für Präsident

Der Urnengang galt auch als inoffizielle Abstimmung über die Politik von Präsident Felipe Calderón zur Eindämmung des Drogenkriegs. Mehrere Drogenkartelle liefern sich in Mexiko blutige Auseinandersetzungen um die lukrativen Schmuggelrouten in die USA.

Seit 2006 fielen dem Drogenkrieg fast 23'000 Menschen zum Opfer. Die mexikanische Regierung setzt mehr als 50'000 Polizisten und Soldaten im Kampf gegen die Drogenbanden ein.

Morde und Überfälle

Mehrere Gewalttaten im Vorfeld des Urnengangs hatten national und international Bestürzung ausgelöst. Am vergangenen Montag wurde etwa der aussichtsreichste Kandidat für den Gouverneurposten im Bundesstaat Tamaulipas, Rodolfo Torre Cantú, zusammen mit fünf weiteren Menschen umgebracht. Auch ein Kandidat für das Bürgermeisteramt wurde in dem Bundesstaat ermordet.

Ebenfalls am vergangenen Montag wurde in dem östlichen Bundesstaat Veracruz der Kampagnenchef und Bruder von Mirna Parroquín, einer Kandidatin für das Bürgermeisteramt in der Stadt Cosamaloapan, erschossen.

Im Bundesstaat Sinaloa im Westen des Landes, einer Hochburg des Drogenkrieges, wurde laut einem Wahlhelfer ein Kampagnebüro der oppositionellen Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) mit selbstgebastelten Sprengsätzen beworfen.

SDA/oku

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