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Zehntausende demonstrieren gegen Polizeigewalt

Am «Tag des Widerstandes» haben die Proteste gegen Übergriffe der Polizei in den USA ihren Höhepunkt erreicht.

Polizeigewalt in den USA: Demonstranten haben Bilder der beiden jüngsten Opfer Quintonio LeGrier (l.) und Bettie Jones (r.) auf ein Banner geklebt. (27. Dezember 2015)
Polizeigewalt in den USA: Demonstranten haben Bilder der beiden jüngsten Opfer Quintonio LeGrier (l.) und Bettie Jones (r.) auf ein Banner geklebt. (27. Dezember 2015)
Keystone
Latonya Jones, 19, trauert um ihre Mutter, Bettie Jones. Die fünffache Mutter wurde «aus Versehen» getötet. (27. Dezember 2015)
Latonya Jones, 19, trauert um ihre Mutter, Bettie Jones. Die fünffache Mutter wurde «aus Versehen» getötet. (27. Dezember 2015)
Ashlee Rezin/Chicago Sun-Times, Keystone
Der Fall erinnert an Michael Brown, der in Ferguson von einem weissen Polizisten erschossen worden war: Eric Garner (r.) neben dem 17-jährigen Brown (l.)
Der Fall erinnert an Michael Brown, der in Ferguson von einem weissen Polizisten erschossen worden war: Eric Garner (r.) neben dem 17-jährigen Brown (l.)
Reuters
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Zum «Tag des Widerstandes» hatten Bürgerrechtsorganisationen aufgerufen. Die landesweiten Kundgebungen, darunter in Washington, New York und Boston, sind der bisherige Höhepunkt bereits wochenlang anhaltender Demonstrationen gegen Übergriffe der Polizei vor allem gegen Schwarze.

In Washington marschierten mehrere Tausend Menschen unter dem Motto «Gerechtigkeit für alle» von der Innenstadt zum Kapitol. Angeführt wurden sie von Bürgerrechtler Al Sharpton und den Angehörigen mehrerer Afroamerikaner, die in der jüngsten Zeit durch Polizeigewalt ums Leben kamen.

Darunter waren die Eltern des schwarzen Teenagers Michael Brown, der im August in Ferguson bei St. Louis von einem weissen Polizisten erschossen worden war. Eine Geschworenenjury hatte vor knapp drei Wochen entschieden, dass der Schütze nicht vor Gericht gestellt werden. Daran hatte sich die Welle der Proteste entzündet.

In einem zweiten spektakulären Fall in New York war der an Asthma erkrankte Schwarze Eric Garner mutmasslich an den Folgen des Würgegriffs eines Polizisten gestorben. Eine Jury hatte entschieden, den weissen Polizisten im Zusammenhang mit dem Tod nicht anzuklagen.

«Historischer Protest»

Garners Mutter Gwen Carr bezeichnete den Massenprotest in Washington als einen Moment, der in die Geschichte eingehen werde. Es sei überwältigend, so viele Menschen, Schwarze und Weisse, versammelt zu sehen. «Wir hoffen, dass unsere Stimmen gehört werden», sagte Carr bei der Kundgebung.

Die Demonstranten hatten Plakate mit Aufschriften wie «Keine Gerechtigkeit - kein Frieden», «Schwarze Leben zählen», «Stoppt Killer-Polizisten» und «Gerechtigkeit für alle» dabei. Viele trugen T-Shirts mit dem Aufdruck «I can't breathe» in Erinnerung an Eric Garners letzte Worte. Im Würgegriff bei seiner Festnahme konnte der 43-Jährige kaum noch atmen und stammelte: «Ich krieg keine Luft».

Insgesamt wollten Bürger in mehr als 20 grösseren Städten von der Ost- bis zur Westküste zu Protestaktionen zusammenkommen - unter anderem auch in Chicago, Austin, Kansas City und San Francisco. In New York demonstrierten Tausende bei einem «Millionen-Marsch» und wollten dabei auch am Hauptquartier der Polizei vorbeiziehen.

SDA/thu

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