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Zetas-Boss geht Polizei ins Netz

Er brüstete sich damit, mehr als 1000 Menschen umgebracht zu haben – nun wurde der Anführer des berüchtigten Drogenkartells Los Zetas von der Polizei geschnappt.

Übernahm die Führung des Kartells von seinem 2013 verhafteten Bruder: Omar Treviño wird von Militärs abgeführt. Screenshot: Notimex / Youtube (4. März 2015)
Übernahm die Führung des Kartells von seinem 2013 verhafteten Bruder: Omar Treviño wird von Militärs abgeführt. Screenshot: Notimex / Youtube (4. März 2015)

Der mexikanischen Polizei ist ein weiterer Schlag gegen die Drogenkriminalität gelungen: Der Anführer des paramilitärischen Kartells Los Zetas, Omar Treviño alias «Z-42», sei festgenommen worden, sagten zwei Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Der Zugriff sei in San Pedro Garza García erfolgt, einer Vorstadt der Industriemetropole Monterrey im nordöstlichen Bundesstaat Nuevo León. Bereits am Freitag hatten die Ermittler einen Drogenboss gefasst.

«Mit Omar Treviño wurde der letzte gefestigte Anführer der Zetas geschnappt», sagte der frühere Leiter der Auslandsabteilung der US-Drogenfahndungsbehörde DEA, Mike Vigil. Nun deute sich ein Zerfall des Kartells in Splittergruppen an, dabei drohe ein gewaltsamer Verteilungskampf.

Treviño hatte die Führung des Mafia-Kartells von seinem Bruder Miguel Ángel Treviño alias «Z-40» übernommen, der im Juli 2013 festgenommen worden war. Die mexikanischen Behörden hatten eine Belohnung von 30 Millionen Pesos (1,9 Millionen Franken) für Hinweise ausgeschrieben, die zu seiner Festnahme führen, die USA gar eine Belohnung von fünf Millionen Dollar.

Brutalste Bande Mexikos

Die Zetas wurden von desertierten Elitesoldaten gegründet, sie mischen beim Drogenhandel und beim Menschenschmuggel mit. Das Kartell ist vor allem im Osten Mexikos aktiv und gilt als eine der brutalsten kriminellen Banden in Mexiko. 2010 soll das Kartell 72 Auswanderer umgebracht haben. Die Zetas liefern sich überdies einen blutigen Kampf mit dem Golf-Kartell, dem sie lange Zeit als paramilitärischer Arm angehörten. Im mexikanischen Drogenkrieg wurden in den vergangenen Jahren mindestens 80'000 Menschen getötet.

Die USA werfen Treviño vor, für mehrere Morde und Entführungen in der mexikanischen Grenzstadt Nuevo Laredo verantwortlich zu sein und einen gross angelegten Kokainschmuggel in die USA organisiert zu haben. Treviño selbst brüstete sich im Jahr 2010 damit, mehr als tausend Menschen umgebracht zu haben, während sein Bruder Miguel 2000 Morde verübt habe. Der Vorgänger der beiden Brüder als Kartellchef, Heriberto Lazcano, war 2012 bei einem Militäreinsatz im Oktober 2012 getötet worden.

Unterwanderte Behörden

Bereits am Freitag hatte die mexikanische Polizei einen Erfolg im Kampf gegen den Drogenhandel verzeichnet. Die Ermittler fassten den Anführer des mächtigen Drogenkartells der Tempelritter, Servando «La Tuta» Gómez. Seit dem Amtsantritt von Präsident Enrique Peña Nieto im Dezember 2012 wurden bereits zahlreiche Drogenbosse gefasst oder getötet, darunter der berüchtigte Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquín «El Chapo» Guzmán, der im Februar 2014 festgenommen wurde. Experten warnen jedoch, dass die Festnahme von Drogenbossen nicht automatisch zu einer Eindämmung der Kriminalität, sondern lediglich zu einer Zersplitterung der Kartelle führe.

Die Regierung sieht sich derzeit wegen des Verschwindens von 43 Studenten massiver Kritik ausgesetzt. Die Opfer waren im September offenbar von der Polizei verschleppt und anschliessend von verbündeten Drogengangstern ermordet worden. Der Fall warf ein Schlaglicht auf die Unterwanderung von Polizei, Justiz und Politik in Mexiko durch die Kartelle.

AFP/pst

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