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Zika-Virus gefährdet Olympische Spiele

150 Gesundheitsexperten fordern die Verschiebung der Olympischen Spiele in Rio. Ihre Befürchtung: Eine halbe Million Besucher stecken sich mit dem gefährlichen Zika-Virus an.

Die Zika-Warnung der WHO gilt auch für Rio de Janeiro, trotzdem weist die Organisation die Forderung nach einer Verlegung der Spiele zurück. (Video: Reuters)

Mehr als 150 Gesundheitsexperten haben in einem offenen Brief die zeitliche oder räumliche Verlegung der Olympischen Spiele in Rio wegen der Zika-Epidemie empfohlen. Sie fürchten, dass Besucher die Krankheit in ihre Heimatländer schleppen könnten.

In einem am Freitag veröffentlichten Schreiben an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf warnen die Experten vor globalen Gesundheitsrisiken. Eine halbe Million Besucher der Spiele könnten in Rio de Janeiro angesteckt werden und die Krankheit mit in ihre Heimatländer bringen.

Die WHO fordert Reisende und Einheimische auf, sich vor Mückenstichen zu schützen und beim Geschlechtsverkehr Kondome zu benutzen. Diese Warnung gilt auch für Rio de Janeiro. Trotzdem weist die WHO die Forderung zurück (siehe Video).

Expertenkommission gefordert

Die WHO solle eine unabhängige Expertengruppe aufstellen, die das Internationale Olympische Komitee zu den Risiken der Zika-Verbreitung beraten könne, heisst es im Brief. Dies nicht zu unternehmen, wäre aus Sicht der Unterzeichner unverantwortlich.

Das Zika-Virus ist besonders für Schwangere gefährlich: Eine Ärztin untersucht ein mit Mikroenzephalie geborenes Baby in einem Krankenhaus in der brasilianischen Stadt Campina Grande. (12. Februar 2016)
Das Zika-Virus ist besonders für Schwangere gefährlich: Eine Ärztin untersucht ein mit Mikroenzephalie geborenes Baby in einem Krankenhaus in der brasilianischen Stadt Campina Grande. (12. Februar 2016)
Felipe Dana/AP, Keystone
Gefährlicher Stich: Eine Tigermücke auf menschlicher Haut, aufgenommen in einem Forschungszentrum im kolumbianischen Cali. (25. Januar 2016)
Gefährlicher Stich: Eine Tigermücke auf menschlicher Haut, aufgenommen in einem Forschungszentrum im kolumbianischen Cali. (25. Januar 2016)
Luis Robayo, AFP
Kleine Stiche, grosse Wirkung: Die Gelbfiebermücke verursacht eine rasante Ausbreitung des Zika-Virus.
Kleine Stiche, grosse Wirkung: Die Gelbfiebermücke verursacht eine rasante Ausbreitung des Zika-Virus.
Keystone
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151 Experten von Universitäten und Gesundheitszentren in 29 Ländern unterzeichneten den Brief, der von Amir Attaran von der Universität Ottawa, Arthur Caplan und Lee Igel von der Universität New York und Christopher Gaffney von der Universität Zürich verfasst worden war.

Smartphone-App zum Virus

Der in Brasilien verbreitete Zika-Virus kann unter anderem schwere Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen. Die brasilianische Regierung will die Besucher der Spiele im August unter anderem mit einer mehrsprachigen Smartphone-App über das Zika-Virus informieren. Schwangeren Frauen rät sie von einem Besuch ab.

SDA/chi

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