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«Charlie Hebdo» verspottet die Kouachi-Brüder

Heute erschien die erste «Charlie Hebdo»-Ausgabe nach dem Attentat auf die Redaktion. Die Karikaturisten geben die Kouachi-Brüder als geistig minderbemittelte Idioten der Lächerlichkeit preis.

Austausch für Terroristen: «Nichts für Syrien? Kein Problem, ich werde ein Flugzeug umleiten.»
Austausch für Terroristen: «Nichts für Syrien? Kein Problem, ich werde ein Flugzeug umleiten.»
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Zeichnung des verstorbenen Cabu. Die Jalta-Konferenz im Vatikan: «Ich behalte den Sektor West. Du behältst den Sektor Ost.»
Zeichnung des verstorbenen Cabu. Die Jalta-Konferenz im Vatikan: «Ich behalte den Sektor West. Du behältst den Sektor Ost.»
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Oben: «Zeichner bei ‹Charlie Hebdo› – das sind 25 Jahre Arbeit.»  Unten: «Terrorist – 25 Sekunden Arbeit. Terrorist, ein Beruf für faule Wichser.»
Oben: «Zeichner bei ‹Charlie Hebdo› – das sind 25 Jahre Arbeit.» Unten: «Terrorist – 25 Sekunden Arbeit. Terrorist, ein Beruf für faule Wichser.»
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Auf die Verkaufsstellen des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» hat es einen riesigen Ansturm gegeben. An etlichen Zeitungskiosken in Paris und anderen Städten des Landes war die erste Ausgabe des Blattes seit dem Attentat auf die Redaktion innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Viele Stammkunden hätten sich schon im Vorfeld Exemplare reserviert, berichteten Verkäufer nach dem Verkaufsstart in den frühen Morgenstunden. An einem Kiosk in Saint-Lazare gerieten Wartende aneinander, als klar wurde, dass nicht genug Ausgaben für alle vorrätig waren.

Nach dem Ansturm auf die neue Ausgabe der französischen Satirezeitung «Charlie Hebdo» wird die spektakuläre Rekord-Auflage noch einmal erhöht: Statt drei Millionen würden nun fünf Millionen Exemplare gedruckt, gab der Vertrieb MLP am Mittwoch bekannt.

Die Inhalte einiger Karikaturen:

-In der jüngsten Ausgabe des Magazins machen sich die noch lebenden Macher von «Charlie Hebdo» über die islamistischen Terroristen lustig, die bei einem Angriff auf die Reaktion zwölf Menschen erschossen hatten. In Karikaturen werden sie als geistig minderbemittelte Idioten der Lächerlichkeit preisgegeben.

-In einer Zeichnung wird darauf angespielt, dass einer der Attentäter bei einem Entsorgungsbetrieb arbeitete. In der Karikatur steht der Abfallsortierer ratlos vor zwei Abfalltonnen, von denen eine die Aufschrift «Gut» und die andere die Aufschrift «Böse» trägt. «Das ist zu kompliziert», steht dazu in der Sprechblase.

-In einer anderen Karikatur fragen die von der Polizei getöteten Attentäter im Himmel nach Jungfrauen, die sie von Gott als Belohnung für ihren Terrorangriff erwarten. Die seien alle beim Team von Charlie, wird ihnen aus einer Wolke zugerufen, in der eine wilde Party steigt.

-Ebenfalls zu sehen ist eine Karrikatur mit folgendem Text: «Zeichner bei ‹Charlie Hebdo› - das sind 25 Jahre Arbeit». Darunter steht: «Terrorist - 25 Sekunden Arbeit. Terrorist, ein Beruf für faule Wichser».

Die Situation in der Schweiz

Auf der Titelseite, die bereits gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist der weinende islamische Prophet mit einem Plakat mit der Aufschrift «Je suis Charlie» (Ich bin Charlie) zu sehen. Über der Zeichnung ist die Zeile «Alles ist vergeben» zu lesen.

Iran hat das Titelbild der neuen «Charlie Hebdo» Ausgabe mit der Karikatur des weinenden Propheten Mohammed verurteilt. «Das ist eine provokative Geste und für Muslime verletzend», sagte Aussenamtssprecherin Marsieh Afcham am Mittwoch in Teheran. Sie sprach von einem Missbrauch der Pressefreiheit, der für Muslime inakzeptabel sei. Respekt für religiöse Heiligkeiten sei ein weltweit anerkanntes Prinzip, das auch europäische Staatsmänner akzeptieren sollten, so die Sprecherin.

Die noch lebenden Macher des Blattes wollen international insgesamt drei Millionen Exemplare vertreiben. Der Inhalt wird dafür auch ins Englische, Arabische und weitere Sprachen übersetzt. An Kiosken in der Deutschschweiz wird das Blatt, das statt mit 130 mit 800 Exemplaren zum Verkauf steht, am Freitag erhältlich sein. Die Romandie hätte heute beliefert werden sollen. Wie es beim Presseverteiler Naville auf Anfrage hiess, erhalte man die Hefte allerdings erst morgen Donnerstag.

Auch in den USA ist die Nachfrage gross. Laut US-Medien werden Kioske mit Anfragen von Kunden überhäuft. Und bereits sind auch die ersten «Charlie Hebdo»-Magazine auf Ebay aufgetaucht.

SDA/phz

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