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«Ich war fassungslos, völlig überwältigt»

Nach dem Angriff auf «Charlie Hebdo» wurde ein 18-Jähriger verhaftet – zu Unrecht. Er erzählt, wie es ihm jetzt geht.

Der «Held von Paris»: Lassana Bathily.
Der «Held von Paris»: Lassana Bathily.
AFP
Die Beamten Franck Brinsolaro, Ahmed Merabet und Clarissa Jean-Philippe wurden posthum in die französische Ehrenlegion aufgenommen: Präsident Hollande hält eine Medaille vor einem Sarg. (13. Januar 2015)
Die Beamten Franck Brinsolaro, Ahmed Merabet und Clarissa Jean-Philippe wurden posthum in die französische Ehrenlegion aufgenommen: Präsident Hollande hält eine Medaille vor einem Sarg. (13. Januar 2015)
AP Photo/Francois Mori, Keystone
Mit Kalaschnikows bewaffnet: Zwei der maskierten Täter.
Mit Kalaschnikows bewaffnet: Zwei der maskierten Täter.
Facebook/Jordi Mir
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Drei Tage nach dem tödlichen Anschlag auf die französische Satirezeitung «Charlie Hebdo» hat sich der fälschlicherweise vorübergehend festgenommene 18-jährige Mourad H. «schockiert» von den Ereignissen gezeigt. «Ich war fassungslos, völlig überwältigt», sagte der sichtlich erschöpfte H. im Beisein einer Anwältin und mehrerer Familienmitglieder der Nachrichtenagentur AFP.

Von der Polizei sei er aber «sehr korrekt behandelt» worden. H. ist der Schwager eines der beiden mutmasslichen Attentäter, die am Mittwoch die Redaktion von «Charlie Hebdo» in Paris überfielen und dort sowie auf ihrer späteren Flucht zwölf Menschen töteten. Nach einer Grossfahndung und einer Geiselnahme wurden Chérif und Said Kouachi am Freitag von der Polizei erschossen. H. hatte sich am Mittwoch der Polizei gestellt, nachdem sein Name im Zusammenhang mit dem Anschlag im Internet aufgetaucht war, und wurde am Freitag wieder freigelassen.

Der 18-Jährige beschrieb sich im Gespräch mit AFP als ganz normalen jungen Mann, der noch bei seinen Eltern lebe. Zum Zeitpunkt des Anschlags auf die Zeitung am Mittwoch befand er sich nach eigenen Angaben in der Schule, was viele Zeugen bestätigten. Dass er zeitweise als dritter Verdächtiger gesucht worden sei, habe ihn «schockiert», sagte H. nun. «Die Menschen haben in sozialen Netzwerken fürchterliche und falsche Dinge über mich gesagt, obwohl ich ein normaler Schüler bin», beklagte er.

«Der Angriff war entsetzlich, und meine Gedanken sind bei den Opfern», sagte H., der nach offiziellen Angaben bis zu dem Anschlag nicht polizeibekannt war. Wie er ins Visier der Sicherheitsbehörden geriet, ist unklar. Sein Plan sei es, nach der Schule Medizin zu studieren, sagte H. Er hoffe, dass die Vorfälle der vergangenen Tage «nicht meine Zukunft verderben» und dass sein Name von der Öffentlichkeit wieder vergessen werde.

«Ich habe mit dieser ganzen Sache nichts zu tun», bekräftigte er. Chérif sei lediglich sein Schwager gewesen, zu dem die Familie «eine ziemlich entfernte Beziehung» gehabt habe. In seine Heimatstadt in Nordfrankreich kam Chérif demnach selten. H.s Schwester, die Ehefrau Chérifs, war ebenfalls am Mittwoch festgenommen worden. Sie wurde am Samstag wieder freigelassen. «Ich bin sicher, dass sie auch unschuldig ist», sagte eines der Familienmitglieder AFP.

Die Familie gab zudem an, dass sie am Sonntag nicht zu dem geplanten grossen Trauermarsch in Paris reisen, aber an einer anderen Gedenkkundgebung für die Gewaltopfer der vergangenen Tage teilnehmen wolle. H. selbst will sich jedoch nicht in der Öffentlichkeit zeigen.

Bei Veranstaltungen in ganz Frankreich wird am Sonntag der zwölf Opfer des Anschlags auf «Charlie Hebdo» sowie der fünf Menschen gedacht, die ein Gesinnungsgenosse der Kouachi-Brüder am Freitag tötete.

AFP/rar

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