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80 Tote bei Taliban-Angriff in Pakistan

Mehrere hundert Taliban-Kämpfer griffen einen pakistanischen Grenzposten an. Dabei gingen sie auch gegen Schulen und Wohnhäuser vor. In Afghanistan wurde ein deutscher Soldat getötet.

Bei einem Angriff hunderter Taliban-Kämpfer auf einen Posten der pakistanischen Sicherheitskräfte an der Grenze zu Afghanistan sind nach Polizeiangaben mehr als 80 Menschen getötet worden. Die Gefechte dauerten über 24 Stunden.

Die Polizei im Distrikt Upper Dir teilte mit, 27 Angehörige der Polizei und einer paramilitärischen Grenzschutz-Einheit sowie acht Zivilisten seien gestorben. Bei den Gefechten seien ausserdem 46 Aufständische getötet worden. Die Angreifer hätten Armeeuniformen getragen.

Häuser in Brand gesteckt

Polizeisprecher Nazir Khan sagte, die Aufständischen seien mit Sturmgewehren, Panzerfäusten und Granatwerfern bewaffnet gewesen. Sie hätten zwei Schulen und mehrere Häuser in Brand gesteckt und eine Brücke in die Luft gesprengt. «Zwischen 200 und 300 Terroristen» hätten sich an den Gefechten beteiligt.

Khan sagte weiter, vier Mitglieder einer Familie seien getötet worden, als eine Mörsergranate der Taliban ihr Haus traf. Ein Geistlicher einer örtlichen Moschee sei bei den Gefechten ebenfalls ums Leben gekommen. Die Taliban hätten zudem einen afghanischen Lastwagenfahrer getötet und dessen Fahrzeug übernommen, um Leichen ihrer Mitkämpfer abzutransportieren.

Von Armeehelikoptern vertrieben

Als die Armeehelikopter ihre Stellungen in den umliegenden Hügeln bombardierten, flohen die Taliban in Richtung Afghanistan, wie der Polizeisprecher ergänzte.

Ein anonym bleibender Geheimdienstmitarbeiter sagte, die Extremisten seien aus der benachbarten afghanischen Provinz Kunar über die Grenze gekommen. Sie hätten vorübergehend drei Dörfer eingenommen.

Die pakistanischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ein Sprecher der Taliban in der Region Malakand namens Omar Hassan Alharabi sagte, mehr als 50 Angehörige der Sicherheitskräfte seien getötet und 15 weitere gefangen genommen worden.

Deutscher Soldat getötet

In Nordafghanistan wurde erneut ein Sprengstoffanschlag auf deutsche Soldaten verübt. Dabei wurden ein Soldat getötet und fünf weitere verletzt, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam bei Berlin mitteilte. Der Anschlag habe sich rund 36 Kilometer südlich von Kundus ereignet, wo die Bundeswehr ihr Hauptquartier in Afghanistan hat. Nach Angaben lokaler Behörden zerstörte eine am Strassenrand versteckte Sprengfalle das Fahrzeug der Soldaten.

Erst am vergangenen Samstag waren in Talokan, der Hauptstadt der Provinz Tachar im Nordosten Afghanistans, bei einem Anschlag zwei deutsche Soldaten getötet und sechs verletzt worden. Unter den Verletzten ist auch der Kommandant des Regionalkommandos Nord der Nato-Truppe Isaf, der deutsche General Markus Kneip.

Drei Tage vor diesem Attentat war ein deutscher Soldat durch eine Sprengfalle am Strassenrand getötet worden, drei Soldaten wurden verletzt.

Al-Qaida-Mitglied verhaftet

In Nordafghanistan wurden nach Angaben der Nato ein ranghohes Mitglied der Al-Qaida festgenommen. Die Nato erklärte, der Mann habe Kontakte zu Osama bin Laden gehabt. Zuletzt habe er in Pakistan gelebt.

Der Mann wurde den Angaben zufolge am Mittwoch in Nahri Schahi in der afghanischen Provinz Balch von Nato-Soldaten festgenommen. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

dapd/kpn, jak

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