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Gewalt an Grossdemonstration in Hongkong

Die Regierung von Hongkong will trotz der Massenproteste am umstrittenen Auslieferungsgesetz festhalten.

mac/chk
Hunterttausende demonstrierten in Hongkong – am späten Abend kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Video: Tamedia

Ungeachtet von Massenprotesten hält die Regierung von Hongkong an einem geplanten Gesetz fest, das Auslieferungen an das chinesische Festland ermöglichen soll. Die Chefin der chinesischen Sonderverwaltungszone, Carrie Lam, bezeichnete den Gesetzestext am Montag als «sehr wichtig» zur Wahrung des Rechts.

Er stelle zudem sicher, dass Hongkong seine internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität erfülle.

Heftige Ausschreitungen

Nach der Grossdemonstration von rund einer Million Menschen in Hongkong gegen geplante Auslieferungen an China ist es in der Nacht zum Montag zu Ausschreitungen gekommen. Es gab Verletzte und Festnahmen.

Nachdem sich der friedliche Massenprotest am Sonntagabend aufgelöst hatte, versuchten einige hundert radikale Demonstranten gegen Mitternacht, Absperrgitter einzureissen und den Legislativrat und Regierungssitz zu stürmen.

Polizisten gingen mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Demonstranten vor, die zum Teil maskiert waren und Studentengruppen angehörten, die für eine Unabhängigkeit der heutigen chinesischen Sonderverwaltungsregion eintreten. Die Polizei rief Spezialkräfte, die den Protest nach rund einer halben Stunde auflösten, wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtete. Einige Demonstranten und Polizisten seien verletzt worden.

Polizisten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein, als sie gegen Demonstranten vorgingen, die vor dem Parlament ein Nachtlager aufschlagen wollten. (10. Juni 2019)
Polizisten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein, als sie gegen Demonstranten vorgingen, die vor dem Parlament ein Nachtlager aufschlagen wollten. (10. Juni 2019)
Reuters
Die Zusammenstösse ereignete sich kurz nach Mitternacht (18 Uhr Schweizer Zeit).
Die Zusammenstösse ereignete sich kurz nach Mitternacht (18 Uhr Schweizer Zeit).
Reuters
Demonstranten trugen Schilder mit «Keine Auslieferung nach China» oder «Nach China ausgeliefert, für immer verschwunden». (9. Juni 2019)
Demonstranten trugen Schilder mit «Keine Auslieferung nach China» oder «Nach China ausgeliefert, für immer verschwunden». (9. Juni 2019)
Reuters
Hunderttausende Menschen haben gegen Pläne der Regierung für Auslieferungen an China protestiert. (9. Juni 2019)
Hunderttausende Menschen haben gegen Pläne der Regierung für Auslieferungen an China protestiert. (9. Juni 2019)
Reuters
«Wenn dieses Gesetz verabschiedet wird, ist das das Ende des Prinzips ‹ein Land, zwei Systeme›, das China bei der Übergabe vertraglich zugesichert hat», sagt Demokratie-Aktivist Ray Wong: Der heutige politische Flüchtling (links) spricht nach seiner Flucht nach Deutschland zu den Medien. (4. Juni 2019)
«Wenn dieses Gesetz verabschiedet wird, ist das das Ende des Prinzips ‹ein Land, zwei Systeme›, das China bei der Übergabe vertraglich zugesichert hat», sagt Demokratie-Aktivist Ray Wong: Der heutige politische Flüchtling (links) spricht nach seiner Flucht nach Deutschland zu den Medien. (4. Juni 2019)
AFP
Die Organisatoren schätzen die Teilnehmerzahl auf über eine Million.
Die Organisatoren schätzen die Teilnehmerzahl auf über eine Million.
AFP
Es gab vereinzelt Zwischenfälle und Festnahmen, die Polizei setzte Pfefferspray ein: Eine Aufnahme einer Festnahme. (9. Juni 2019)
Es gab vereinzelt Zwischenfälle und Festnahmen, die Polizei setzte Pfefferspray ein: Eine Aufnahme einer Festnahme. (9. Juni 2019)
Reuters
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In den frühen Morgenstunden sei es an einigen anderen Orten zu weiteren kleineren Zwischenfällen gekommen. Zuvor war der Protest am Sonntag friedlich geblieben. Nach Angaben der Organisatoren demonstrierten mehr als eine Million Menschen gegen das geplante Auslieferungsgesetz. Es würde den Behörden erlauben, auf Ersuchen chinesischer Stellen Verdächtigte an die kommunistische Volksrepublik auszuliefern.

Kritiker argumentieren, dass das Justizsystem in China nicht unabhängig sei, internationalen Standards nicht entspreche und politisch Andersdenkende verfolge. Auch drohten in China Folter und Misshandlungen.

(SDA)

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