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China rechnet mit 40 toten Bergarbeitern

Nach dem schweren Grubenunglück vermissen die Retter nach wie vor Arbeiter in den Tiefen des eingestürzten Stollens. Ihre Überlebenschancen sinken mit jedem Tag.

Bei einem schweren Grubenunglück sind in China am Wochenende vermutlich fast 40 Bergarbeiter ums Leben gekommen. Die nach der Bergung von 26 Todesopfern noch vermissten elf Kumpel hätten «kaum eine Chance» zu überleben, sagte der Vizechef des Rettungseinsatzes, Du Bo, am Sonntag.

Die nationale Behörde für Arbeitssicherheit bestätigte am Sonntag den Tod von 26 Arbeitern nach einer Explosion in der Kohlemine in der zentralchinesischen Provinz Henan. Diese hatte sich am Samstag in einem Bergwerk in Yuzhou ereignet, als gerade 276 Grubenarbeiter unter Tage arbeiteten.

239 Arbeiter konnten sich nach Behördenangaben retten, elf weitere galten am Sonntag weiter als vermisst. Die Kohlemine befindet sich der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge im Besitz des Staatsunternehmens China Power Investment Corp und einer weiteren Firma.

Hohe Gaskonzentration im Stollen

Bis die Rettungskräfte die elf noch verschütteten Arbeiter erreichen könnten, werde es noch «drei bis vier Tage» dauern, sagte Du laut Xinhua. Die Bergungsarbeiten seien mit grossen Risiken verbunden, weil die Gaskonzentration in den Stollen sehr hoch sei und Steinschläge drohten.

Die Überlebenschancen der Kumpel seien gering, sagte Du weiter. In dem Bergwerk hätten sich etwa 2500 Tonnen Kohlestaub ausgebreitet. Die Vermissten seien wahrscheinlich unter dem Staub begraben. Die Zahl der Todesopfer würde damit auf 37 steigen.

Gefährlichste Bergwerke der Welt

Die Bergwerke in der Volksrepublik gelten als die gefährlichsten der Welt. Vor allem kleinere Zechen halten sich aus Kostengründen häufig nicht an die Sicherheitsvorschriften. Ausserdem sind viele Bergleute nur schlecht ausgebildet.

Im vergangenen Jahr starben in chinesischen Kohlebergwerken nach offiziellen Angaben mehr als 2600 Menschen. Die tatsächlichen Zahlen dürften allerdings noch deutlich höher liegen. Das aufstrebende Schwellenland China deckt seinen Energiebedarf zu rund 70 Prozent durch Kohle.

Von Chile lernen

Die Regierung hatte wiederholt erklärt, gefährliche Minen schliessen zu wollen. Dennoch ereigneten sich immer wieder schwere Unglücke. Am Freitag kündigte die Regierung eine landesweite Inspektion der Bergwerke an. Die zehntägige Prüfung soll demnach Ende Oktober stattfinden.

In chinesischen Internet-Chatrooms war nach der spektakulären Rettung von 33 unter Tage eingeschlossenen Bergleuten in Chile am Mittwoch Kritik an den Sicherheitsstandards in chinesischen Bergwerken laut geworden. Auch einige staatliche Medien kommentierten, China solle vom besseren Ausbildungs- und Sicherheitssystem in Chile lernen.

In einer aufwendigen und kostspieligen Rettungsaktion waren die 33 Bergleute in Chile nach gut zwei Monaten unter Tage durch einen eigens dafür gebohrten Schacht zurück an die Erdoberfläche geholt worden.

Auch in China hatte sich im April eine aufsehenerregende Rettungsaktion ereignet: Nach mehr als einer Woche in einer überfluteten Mine in Shanxi kehrten 115 Bergleute an die Erdoberfläche zurück. Einige vor ihnen hatten vor lauter Hunger Baumrinde, Sägemehl und sogar Kohle gegessen.

SDA/oku

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