Zum Hauptinhalt springen

China weigert sich, mit Japan zu feiern

Der Inselstreit geht in eine neue Runde: China will das 40-Jahr-Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zu Japan nicht zelebrieren. Die Japaner wiederum haben erstmals auf der Strasse protestiert.

Angespannte Lage im Ostchinesischen Meer: Südkoreanische Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt von Seosan.
Angespannte Lage im Ostchinesischen Meer: Südkoreanische Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt von Seosan.
Keystone
China wie auch Japan erheben Anspruch auf eine Kette felsiger Inseln: Ein japanisches Patrouillenflugzeug über Senkaku. (13. Oktober 2013)
China wie auch Japan erheben Anspruch auf eine Kette felsiger Inseln: Ein japanisches Patrouillenflugzeug über Senkaku. (13. Oktober 2013)
Japan Pool/Jiji Press, AFP
Auf dem Weg zu den Diaoyu-Inseln: Chinesische Fischerboote. (16. September 2012)
Auf dem Weg zu den Diaoyu-Inseln: Chinesische Fischerboote. (16. September 2012)
AFP
1 / 25

Angesichts des Konflikts um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer hat China die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zu Japan abgesagt. Die für Donnerstag geplanten Veranstaltungen fänden nicht statt, bestätigte das japanische Aussenministerium am Sonntag.

Laut der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wird die Feier «zu einer angemessenen Zeit» nachgeholt. Wegen des Streits um die Inseln gingen nach vielen Chinesen nun auch Japaner auf die Strasse. Hunderte Japaner demonstrierten am Samstag gegen den Besitzanspruch Chinas auf die Inselgruppe.

Demo unter kontrollierten Bedingungen

Es war der erste grössere Protest dieser Art in Japan, nachdem es in den vergangenen Tagen zu wiederholten antijapanischen Protesten in China gekommen war. Organisiert hatte den Protestzug in Tokio die nationalistische Gruppe Ganbare Nippon (zu Deutsch etwa: Los Japan).

Die Demonstranten zogen vor die Vertretung Chinas in Tokio, allerdings hatten die Behörden nur jeweils fünf Menschen gleichzeitig erlaubt, sich auf dem gegenüberliegenden Trottoir aufzuhalten. Dutzende Polizisten bewachten das geschlossene Botschaftsgebäude und trieben die Demonstranten nach einigen Minuten weiter.

Die Organisatoren sprachen von mehr als 1400 Teilnehmern, was jedoch zu hoch erschien. Einer Schätzung zufolge waren mindestens 800 Demonstranten beteiligt. Viele trugen grosse japanische Flaggen oder Transparente mit der Aufschrift «Versenkt die chinesischen Schiffe in unseren Gewässern» und «Gebt den Terroristen in Peking nicht nach».

Vizepräsident Xi hofft auf normale Beziehungen

Derweil versuchte China, die Spannungen mit seinem südostasiatischen Nachbarn wegen umstrittener Inseln abzubauen. Vizepräsident Xi Jinping sagte am Freitag bei einem Treffen der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (Asean), er hoffe, dass «die bilateralen Beziehungen wieder in die Spur normaler Entwicklung kommen». Xi gilt als der künftige Präsident Chinas.

China streitet sich auch mit Vietnam und den Philippinen um zum Teil winzige Inseln im Südchinesischen Meer. Die Philippinen beanspruchen wie China das Scarborough Riff, Vietnam die Paracel-Inseln, bei denen Öl- und Gasvorkommen vermutet werden.

SDA/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch